Ab sofort gibt es Pferde-Content nur noch hier
Donnerstag, 24. November 2016
Mittwoch, 23. November 2016
Präsidenten, die die Welt nicht braucht
Am 4. Dezember erwartet uns schon wieder ein neuer Sargnagel auf dem Weg zum Untergang des Abendlandes. Österrreich wählt einen Präsidenten.
Der eine Kandidat hält sich einen Büroleiter, der auf Nazidemos mitgelaufen ist und die Keule geschwungen hat. Er hat stets ein smartes Lächeln im Gesicht und ist mit allen Brackwassern gewaschen.
In Radio 1 gibt es ein Interview mit Benedikt Narodoslawsky, dem Redakteur des Falters, der sich mit der perfiden Rhetorik Nobert Hofers auseinandergesetzt hat.
Waren das gemütliche Zeiten, als wir uns noch über die Birne echauffierten.
Podcast
Der eine Kandidat hält sich einen Büroleiter, der auf Nazidemos mitgelaufen ist und die Keule geschwungen hat. Er hat stets ein smartes Lächeln im Gesicht und ist mit allen Brackwassern gewaschen.
In Radio 1 gibt es ein Interview mit Benedikt Narodoslawsky, dem Redakteur des Falters, der sich mit der perfiden Rhetorik Nobert Hofers auseinandergesetzt hat.
Waren das gemütliche Zeiten, als wir uns noch über die Birne echauffierten.
Podcast
Von wegen Winterpause
"Winterpause? Wie kommst du denn da drauf?" fragt die Reitlehrerin. Es gibt einen beleuchteten, überdachten Roundpen, da kann man den ganzen Winter über reiten.
Ja, aber die ganzen Gefahren hat sie wieder nicht im Auge. Dass es nämlich draußen dunkel ist und dass es knackt und windig ist und dass sich das Pferd dann erst recht erschreckt, weil es nicht sieht, woher die Gefahr kommt und dann kann es nicht ausreichend flüchten und ich fall runter und hau mir an der Bande den Kopf ein und kann meine Beine nicht mehr bewegen, das ist erst vor zwei Wochen einem Mädchen passiert, genau hier.
Das sage ich natürlich nicht, aber sie kann meine Gedanken lesen und rollt mit den Augen.
Eigentlich hielt ich mich schon für eine gewiefte Reiterin, mehrmals habe ich das Pferd, ein unerschütterliches Kaltblut mit wenig Bewegungsdrang, mehrmals schon habe ich es zum traben gebracht, ganz allein. Ich machte mir keine allzu großen Sorgen, als sie sagte, im Roundpen würde sie mich an die Longe nehmen, damit ich endlich traben lerne. Ich müsse mich dann nicht ums treiben kümmern, sondern nur ums oben bleiben.
Ich war ein bisschen beleidigt, denn ich habe ja wohl in den vergangenen Monaten bewiesen, dass ich oben bleibe.
Na ja.
Ich bin halt noch nie im Sattel getrabt, wenn sie in der Mitte steht und die Gerte in Richtung Pferdepo hebt. Das Pferd hat plötzlich Schub. Und ich keine Körperspannung. Ich war mir ganz sicher, dass es galoppiert, so schnell war es. Angeblich war es aber nur Arbeitstrab. Sofort rutschte ich aus den Steigbügeln, krallte mich in den Sattel und rief ängstlich "Aufhören, aufhören, anhalten, bitte anhalten!" wie ein grenzdebiler Kartoffelsack. Alles, was ich gelernt hatte, war wie weggeblasen, ich war des Todes.
Ich keuchte, als sie das Pferd endlich anhielt. "Du hast wirklich überhaupt keine Kondition!" schimpfte sie. Kondition, Kondition, jeder atmet schwer, wenn er Panik hat. Das ist eine Voraussetzung für Panik, ganz schlimmes Atmen. Okay, Kondition habe ich auch nicht, aber das tut hier wirklich nichts zur Sache.
"Und gleich noch mal, stell dich tief in die Steigbügel, lehn dich nach hinten, mach dich schwer, sitz es erst mal aus und auf der rechten Vorderhand kommst du dann ins leichttraben. Und mach nicht den Fehler und fall nach vorn."
Und wieder hob sie die Gerte, das Pferd holte sich (wie immer) den nötigen Schwung mit wildem Kopfschlagen und von null auf hundert hetzte es im Kreis. Meine Organe sortierten sich neu, mein Hirn setzte aus, Panik lässt sich also noch steigern. Ich rief "Anhalten!" An leichtraben war nicht zu denken.
Die Besitzerin kam nun auch in das Roundpen, um die Perdeäppel aufzusammeln, weil Perde immer nach den ersten Schritten äppeln, Bewegung ist halt gut für den Darm. Da bückte sie sich mitten im Weg und ich war schon wieder mit einem Affenzahn unterwegs. Da das Pferd eine engere Beziehung zu seiner Besitzerin als zu mir hat und irgendwie begriff, dass diese Gefahr lief, von der Longe umgerissen zu werden, machte es einen großen Satz nach oben und nach vorn und brachte sie damit aus der Gefahrenzone. Im Grunde vorbildlich.
Ich schrie "Aaaaanhalten, aaaanhalten!", aber die Trainerin hatte die Faxen dicke mit mir und hielt das Pferd nicht an. Mir kamen die Tränen, ich wimmerte "Bitte, bitte, bitte anhalten."
"Was ist denn los mit dir?"
"Na, es ist doch eben gesprungen und angaloppiert, ich kann das nicht."
"Gesprungen und angaloppiert? So ein Quatsch, es hat nur eine Ausweichbewegung gemacht."
"Wohl ist es gesprungen. Ich will runter. Es reicht für heute."
"Nix da. Du steigst jetzt wieder in die Bügel, bleibst tief sitzen, die Beine fest an den Sattel, aber nicht quetschen, nur fest an den Sattel, hier die Adduktoren im Oberschenkel, die müssen die Arbeit machen, und dann versuch den Rücken anzuspannen, dann kannst du das besser austarieren."
Hallo? Ich habe Adduktoren? Hätte man mir das nicht früher sagen können? Nach all der Zeit werden die gebraucht, sehr dringend sogar, aber das kommt natürlich alles ein bisschen plötzlich.
Siequälte motivierte mich weiter, "Gib nicht so schnell auf!" und hielt das Pferd einfach nicht an, wenn ich es wollte, einmal sogar zwei Runden lang nicht, ich verlor mein Grundvertrauen, mit dem ich ohnehin nicht üppig ausgestattet bin, das war zuviel für mich und meine Adduktoren. Mein Herz klopfte wie wild, aber ich sah nicht etwa ein weißes Licht, das mich hätte beruhigen können, wie man immer wieder hört; eine gottverdammte Nahtoderfahrung ohne weißes Licht,wer braucht denn sowas?
Ich also immer weiter im angeblich "gemütlichen" Trab und zwar solange, bis ich den Hauch eines Erfolgserlebnisses hatte, was aber nur ein Trick von mir war: eine Runde ohne dieses alberne "Aufhören" zu rufen. Ich hatte nämlich rausgefunden, dass ich so keinen Schritt weiterkomme mit ihr. Ich biss die Zähne zusammen und verkniff mir jeden Laut. Ich geb's nicht gerne zu, aber als ich meine Hysterie tief in meinem Herzen verschloss, ging's tatsächlich besser.
"So, das machen wir jetzt den ganzen Winter und im Frühling trabst du perfekt." Ich sah auf sie runter und war gottfroh, dass es endlich vorbei war. Da machte es auf einmal draußen ein Geräusch, irgendein Tor fiel zu und das Pferd zuckte am ganzen Körper zusammen, naja, wahrscheinlich war es nur wieder eine Ausweichbewegung.
Sie weiß noch nicht, dass ich nie wieder komme.
Ja, aber die ganzen Gefahren hat sie wieder nicht im Auge. Dass es nämlich draußen dunkel ist und dass es knackt und windig ist und dass sich das Pferd dann erst recht erschreckt, weil es nicht sieht, woher die Gefahr kommt und dann kann es nicht ausreichend flüchten und ich fall runter und hau mir an der Bande den Kopf ein und kann meine Beine nicht mehr bewegen, das ist erst vor zwei Wochen einem Mädchen passiert, genau hier.
Das sage ich natürlich nicht, aber sie kann meine Gedanken lesen und rollt mit den Augen.
Eigentlich hielt ich mich schon für eine gewiefte Reiterin, mehrmals habe ich das Pferd, ein unerschütterliches Kaltblut mit wenig Bewegungsdrang, mehrmals schon habe ich es zum traben gebracht, ganz allein. Ich machte mir keine allzu großen Sorgen, als sie sagte, im Roundpen würde sie mich an die Longe nehmen, damit ich endlich traben lerne. Ich müsse mich dann nicht ums treiben kümmern, sondern nur ums oben bleiben.
Ich war ein bisschen beleidigt, denn ich habe ja wohl in den vergangenen Monaten bewiesen, dass ich oben bleibe.
Na ja.
Ich bin halt noch nie im Sattel getrabt, wenn sie in der Mitte steht und die Gerte in Richtung Pferdepo hebt. Das Pferd hat plötzlich Schub. Und ich keine Körperspannung. Ich war mir ganz sicher, dass es galoppiert, so schnell war es. Angeblich war es aber nur Arbeitstrab. Sofort rutschte ich aus den Steigbügeln, krallte mich in den Sattel und rief ängstlich "Aufhören, aufhören, anhalten, bitte anhalten!" wie ein grenzdebiler Kartoffelsack. Alles, was ich gelernt hatte, war wie weggeblasen, ich war des Todes.
Ich keuchte, als sie das Pferd endlich anhielt. "Du hast wirklich überhaupt keine Kondition!" schimpfte sie. Kondition, Kondition, jeder atmet schwer, wenn er Panik hat. Das ist eine Voraussetzung für Panik, ganz schlimmes Atmen. Okay, Kondition habe ich auch nicht, aber das tut hier wirklich nichts zur Sache.
"Und gleich noch mal, stell dich tief in die Steigbügel, lehn dich nach hinten, mach dich schwer, sitz es erst mal aus und auf der rechten Vorderhand kommst du dann ins leichttraben. Und mach nicht den Fehler und fall nach vorn."
Und wieder hob sie die Gerte, das Pferd holte sich (wie immer) den nötigen Schwung mit wildem Kopfschlagen und von null auf hundert hetzte es im Kreis. Meine Organe sortierten sich neu, mein Hirn setzte aus, Panik lässt sich also noch steigern. Ich rief "Anhalten!" An leichtraben war nicht zu denken.
Die Besitzerin kam nun auch in das Roundpen, um die Perdeäppel aufzusammeln, weil Perde immer nach den ersten Schritten äppeln, Bewegung ist halt gut für den Darm. Da bückte sie sich mitten im Weg und ich war schon wieder mit einem Affenzahn unterwegs. Da das Pferd eine engere Beziehung zu seiner Besitzerin als zu mir hat und irgendwie begriff, dass diese Gefahr lief, von der Longe umgerissen zu werden, machte es einen großen Satz nach oben und nach vorn und brachte sie damit aus der Gefahrenzone. Im Grunde vorbildlich.
Ich schrie "Aaaaanhalten, aaaanhalten!", aber die Trainerin hatte die Faxen dicke mit mir und hielt das Pferd nicht an. Mir kamen die Tränen, ich wimmerte "Bitte, bitte, bitte anhalten."
"Was ist denn los mit dir?"
"Na, es ist doch eben gesprungen und angaloppiert, ich kann das nicht."
"Gesprungen und angaloppiert? So ein Quatsch, es hat nur eine Ausweichbewegung gemacht."
"Wohl ist es gesprungen. Ich will runter. Es reicht für heute."
"Nix da. Du steigst jetzt wieder in die Bügel, bleibst tief sitzen, die Beine fest an den Sattel, aber nicht quetschen, nur fest an den Sattel, hier die Adduktoren im Oberschenkel, die müssen die Arbeit machen, und dann versuch den Rücken anzuspannen, dann kannst du das besser austarieren."
Hallo? Ich habe Adduktoren? Hätte man mir das nicht früher sagen können? Nach all der Zeit werden die gebraucht, sehr dringend sogar, aber das kommt natürlich alles ein bisschen plötzlich.
Sie
Ich also immer weiter im angeblich "gemütlichen" Trab und zwar solange, bis ich den Hauch eines Erfolgserlebnisses hatte, was aber nur ein Trick von mir war: eine Runde ohne dieses alberne "Aufhören" zu rufen. Ich hatte nämlich rausgefunden, dass ich so keinen Schritt weiterkomme mit ihr. Ich biss die Zähne zusammen und verkniff mir jeden Laut. Ich geb's nicht gerne zu, aber als ich meine Hysterie tief in meinem Herzen verschloss, ging's tatsächlich besser.
"So, das machen wir jetzt den ganzen Winter und im Frühling trabst du perfekt." Ich sah auf sie runter und war gottfroh, dass es endlich vorbei war. Da machte es auf einmal draußen ein Geräusch, irgendein Tor fiel zu und das Pferd zuckte am ganzen Körper zusammen, naja, wahrscheinlich war es nur wieder eine Ausweichbewegung.
Sie weiß noch nicht, dass ich nie wieder komme.
Freitag, 18. November 2016
Improvisieren für Fortgeschrittene
Heute habe ich das Wochenende besonders früh begonnen. Morgens um 3 Uhr war ich wach. Das traf sich gut, denn ich musste um 6.30 Uhr im Büro sein. Dann wollte ich früh gehen, blieb aber doch 11 Stunden, obwohl das gegen Menschenrechtskonventionen verstößt.
Aber ich wusste, der Abend ist frei und mehr als auf dem Sofa rumliegen, würde ich nicht mehr zu bewältigen haben. Wie ich so 10 Minuten lag, bekam ich eine sms von meiner Schwester. "Wir fangen morgen mit dem backen um 11 Uhr an."
Wie soll denn eine vernunftbegabte Frau in den frühen Morgenstunden sonstwo sein, bis dahin einige Teige vorbereitet und den Wochenendeinkauf erledigt haben, eine Frau noch dazu, die ein schlimmes Erschöpfungssyndrom hat?
Ich taumelte gähnend in die Küche und beglückwünschte mich selbst für meine Weitsicht, schon vor einigen Wochen alle Utensilien besorgt zu haben, unter anderem gemahlene Haselnüsse, denn seit letztem Jahr gehören die zum Goldstandard. Ich kaufte alle vorhandenen 200-Gramm-Packungen zu 1,99 €, was sehr klug war.
Weniger klug war, dass ich keine Batterie für die Küchenwaage erwarb, was mich zum improvisieren zwang, dabei backe ich nach Dr. Oetker "mit Gelinggarantie", aber dazu muss man halt grammgenau abwiegen, wie ich damals gelernt hatte, als ich noch für den Verlag arbeitete, in der Testküche in Bielefeld.
Die gibt es wirklich, lauter Frauen in spät-mittleren Jahren mit gütigen Gesichtern, gekleidet in gestärkte weiße Schürzen, probieren den ganzen Tag Rezepte aus und alles sieht so aus, als sei man direkt in einer Dallmayr Prodomo Werbung wiedergeboren.
Jedenfalls erinnere ich das so, vielleicht idealisiere ich auch nur meine frühere berufliche Tätigkeit, in der es natürlich auch schlimme Zeiten gab, wie zum Beispiel der Standdienst auf der Leipziger Buchmesse, zu dem ich abgehetzt und von oben bis unten eingesaut erschien, weil meine dämliche Ex-Chefin kein Taxi vom Bahnhof zum Hotel springen lassen wollte, und wir unsere Koffer durch tiefen Schnee zerrten, meine Güte, ich war blind vor Hass und fand Leipzig* voll Scheiße.
Vom Hotel dann zur Messe mit der S-Bahn, zu der wir erneut durch Matsch latschen mussten und am Stand lauter junge, perfekt frisierte Frauen und ich sah aus wie Hulda in klammen Stiefeln und strähnigen Haaren.
Oder als ich mal auf einer Dienstreise mit wahnsinnigen Zahnschmerzen von Rügen rüber auf den Darß gefahren bin und in Ribnitz-Damgarten der Zahnarzt gerade geschlossen hatte und ich dann halb irre vor Schmerz nach Berlin fuhr, direkt in die Zahnklinik und im Wartezimmer ein Sozialpädagoge ungefragt aus seinem Leben berichtete, beziehungsweise von seinem schlimmsten Patienten, der sich ein Loch in die Wange gebissen hatte und ich mit weit aufgerissenen Augen grunzte und mich verzweifelt in eine zerfledderte BUNTE zu vertiefen suchte. Nein, jetzt, wo ich drüber nachdenke, es war nicht immer alles perfekt....
Anyway, zurück in die Küche, ich improvisierte, mein gutes räumliches Denken war bestimmt eine Hilfe, bilde ich mir ein, beim einparken ist es ja auch von Vorteil, aber ich schweife schon wieder ab. Die fertigen Teige rollte ich in Zellophan ein, machte ein Foto und schickte es meiner Schwester, um sie harmonisch zu stimmen: "Keine Sorge, das sind keine Mett-Igel. Aber bitte rechnet nicht vor 13 Uhr mit mir."
Weihnachten kann kommen.
*Apropos Leipzig. Toller Blog.
Aber ich wusste, der Abend ist frei und mehr als auf dem Sofa rumliegen, würde ich nicht mehr zu bewältigen haben. Wie ich so 10 Minuten lag, bekam ich eine sms von meiner Schwester. "Wir fangen morgen mit dem backen um 11 Uhr an."
Wie soll denn eine vernunftbegabte Frau in den frühen Morgenstunden sonstwo sein, bis dahin einige Teige vorbereitet und den Wochenendeinkauf erledigt haben, eine Frau noch dazu, die ein schlimmes Erschöpfungssyndrom hat?
Ich taumelte gähnend in die Küche und beglückwünschte mich selbst für meine Weitsicht, schon vor einigen Wochen alle Utensilien besorgt zu haben, unter anderem gemahlene Haselnüsse, denn seit letztem Jahr gehören die zum Goldstandard. Ich kaufte alle vorhandenen 200-Gramm-Packungen zu 1,99 €, was sehr klug war.
Weniger klug war, dass ich keine Batterie für die Küchenwaage erwarb, was mich zum improvisieren zwang, dabei backe ich nach Dr. Oetker "mit Gelinggarantie", aber dazu muss man halt grammgenau abwiegen, wie ich damals gelernt hatte, als ich noch für den Verlag arbeitete, in der Testküche in Bielefeld.
Die gibt es wirklich, lauter Frauen in spät-mittleren Jahren mit gütigen Gesichtern, gekleidet in gestärkte weiße Schürzen, probieren den ganzen Tag Rezepte aus und alles sieht so aus, als sei man direkt in einer Dallmayr Prodomo Werbung wiedergeboren.
Jedenfalls erinnere ich das so, vielleicht idealisiere ich auch nur meine frühere berufliche Tätigkeit, in der es natürlich auch schlimme Zeiten gab, wie zum Beispiel der Standdienst auf der Leipziger Buchmesse, zu dem ich abgehetzt und von oben bis unten eingesaut erschien, weil meine dämliche Ex-Chefin kein Taxi vom Bahnhof zum Hotel springen lassen wollte, und wir unsere Koffer durch tiefen Schnee zerrten, meine Güte, ich war blind vor Hass und fand Leipzig* voll Scheiße.
Vom Hotel dann zur Messe mit der S-Bahn, zu der wir erneut durch Matsch latschen mussten und am Stand lauter junge, perfekt frisierte Frauen und ich sah aus wie Hulda in klammen Stiefeln und strähnigen Haaren.
Oder als ich mal auf einer Dienstreise mit wahnsinnigen Zahnschmerzen von Rügen rüber auf den Darß gefahren bin und in Ribnitz-Damgarten der Zahnarzt gerade geschlossen hatte und ich dann halb irre vor Schmerz nach Berlin fuhr, direkt in die Zahnklinik und im Wartezimmer ein Sozialpädagoge ungefragt aus seinem Leben berichtete, beziehungsweise von seinem schlimmsten Patienten, der sich ein Loch in die Wange gebissen hatte und ich mit weit aufgerissenen Augen grunzte und mich verzweifelt in eine zerfledderte BUNTE zu vertiefen suchte. Nein, jetzt, wo ich drüber nachdenke, es war nicht immer alles perfekt....
Anyway, zurück in die Küche, ich improvisierte, mein gutes räumliches Denken war bestimmt eine Hilfe, bilde ich mir ein, beim einparken ist es ja auch von Vorteil, aber ich schweife schon wieder ab. Die fertigen Teige rollte ich in Zellophan ein, machte ein Foto und schickte es meiner Schwester, um sie harmonisch zu stimmen: "Keine Sorge, das sind keine Mett-Igel. Aber bitte rechnet nicht vor 13 Uhr mit mir."
Weihnachten kann kommen.
*Apropos Leipzig. Toller Blog.
Mittwoch, 16. November 2016
Lebenslangen Lernen
Was mir am Leben wirklich auf den Geist geht, dass man immer erst hinterher schlauer ist. Und dass man am meisten lernt, wenn man durch's Feuer muss. Und dass man überhaupt sein ganzes Leben immer noch dazulernt, als würde es nicht eines Tages einfach mal reichen, weil man genug weiß und sich die Weltformel für den eigenen Mikrokosmos endlich draufgeschafft hat.
Ehrlich gesagt, habe ich gar nicht soviel dagegen, über andere dazuzulernen oder über Pferde oder Osmose oder Kernspaltung. Aber dass ich immer noch gezwungen bin, über mich dazuzulernen, das geht mir auf den Zünder.
Wenn ich wenigstens Neuigkeiten über mich erfahren würde, während ich im Garten oder auf dem Sofa sitze, aber nein, es muss ja immer eine handfeste Krise sein, aus der man dann wie Phönix aus der Asche steigt, aber erst, nachdem man wochenlang Staub gefressen hat und über Gebühr lange braucht, sich wieder zu berappeln. Erschrocken, mit wie leichten Fußes so eine nervliche Zerrüttung daherkommt.
Und dann dieser Quatsch, man würde mit den Jahren gelassener. Da warte ich ja schon lange drauf, aber wohl als einzige, weil alle um mich herum behaupten, sie wären so viel gelassener als früher. Nur ich bin genauso hysterisch wie eh und je. Jedenfalls wenn ich gute Gründe habe. Prinzipiell bin ich schon gelassen, wenn ich im Garten oder auf dem Sofa sitze.
Was habe ich nun wieder gelernt? Leg dich nie mit einem Stärkeren an. Dafür bin ich nicht gemacht. Wusste ich noch nicht, dabei bin ich nicht feige.
Wenn man dafür gemacht ist, sollte man sich unbedingt mit einem Stärkeren anlegen, dann jedenfalls, wenn man immer im Sinn behält, dass der gar nicht so stark ist, wie er vorgibt zu sein. Und man selber nicht so schwach, wie befürchtet. Oder wenn man Nerven aus Stahl hat. Oder wenn man von Geburt an das En-garde-Modul installiert hat. Soweit die Theorie.
In Wahrheit ist es aber so, dass der Stärkere (also die Arschlochversion) die asymmetrische Kriegsführung beherrscht, nichts ist ihm fremd und jede Schweinerei recht. So, das habe ich jetzt erlebt, gelernt, verinnerlicht, aber hat's das gebraucht? Aus meiner Sicht nicht.
Memo an mich: Fresse halten. Umwege gehen. Die Schilde hoch.
Ehrlich gesagt, habe ich gar nicht soviel dagegen, über andere dazuzulernen oder über Pferde oder Osmose oder Kernspaltung. Aber dass ich immer noch gezwungen bin, über mich dazuzulernen, das geht mir auf den Zünder.
Wenn ich wenigstens Neuigkeiten über mich erfahren würde, während ich im Garten oder auf dem Sofa sitze, aber nein, es muss ja immer eine handfeste Krise sein, aus der man dann wie Phönix aus der Asche steigt, aber erst, nachdem man wochenlang Staub gefressen hat und über Gebühr lange braucht, sich wieder zu berappeln. Erschrocken, mit wie leichten Fußes so eine nervliche Zerrüttung daherkommt.
Und dann dieser Quatsch, man würde mit den Jahren gelassener. Da warte ich ja schon lange drauf, aber wohl als einzige, weil alle um mich herum behaupten, sie wären so viel gelassener als früher. Nur ich bin genauso hysterisch wie eh und je. Jedenfalls wenn ich gute Gründe habe. Prinzipiell bin ich schon gelassen, wenn ich im Garten oder auf dem Sofa sitze.
Was habe ich nun wieder gelernt? Leg dich nie mit einem Stärkeren an. Dafür bin ich nicht gemacht. Wusste ich noch nicht, dabei bin ich nicht feige.
Wenn man dafür gemacht ist, sollte man sich unbedingt mit einem Stärkeren anlegen, dann jedenfalls, wenn man immer im Sinn behält, dass der gar nicht so stark ist, wie er vorgibt zu sein. Und man selber nicht so schwach, wie befürchtet. Oder wenn man Nerven aus Stahl hat. Oder wenn man von Geburt an das En-garde-Modul installiert hat. Soweit die Theorie.
In Wahrheit ist es aber so, dass der Stärkere (also die Arschlochversion) die asymmetrische Kriegsführung beherrscht, nichts ist ihm fremd und jede Schweinerei recht. So, das habe ich jetzt erlebt, gelernt, verinnerlicht, aber hat's das gebraucht? Aus meiner Sicht nicht.
Memo an mich: Fresse halten. Umwege gehen. Die Schilde hoch.
Dienstag, 15. November 2016
Der Kiezneurotiker meckert
Und er hat ja Recht. Mich hat er auch dauernd verlinkt. Kein Schwein würde mich lesen, wenn er das nicht getan hätte.
Frau Ruth im Adventskalenderbastelblues
Makellos Herr von Uslar spielt Heidi Klum
Saint Sunniva in den Stahlkammern immer am Rande des atomaren Erstschlags
Herr MiM nimmt Abschied
Die reiche Erbin - aus der Kategorie 'Probleme, die ich gerne hätte'
Malte Welding - Weihnachten allein (1 Jahr alt, jetzt wieder aktuell)
Frau Ruth im Adventskalenderbastelblues
Makellos Herr von Uslar spielt Heidi Klum
Saint Sunniva in den Stahlkammern immer am Rande des atomaren Erstschlags
Herr MiM nimmt Abschied
Die reiche Erbin - aus der Kategorie 'Probleme, die ich gerne hätte'
Malte Welding - Weihnachten allein (1 Jahr alt, jetzt wieder aktuell)
Supermond
Diese
Planetensache ist schon komisch. Seit zwei Nächten werde ich nicht
müde, dabei bin ich gerne müde. Im Büro bin ich schon müde, manchmal
sogar todmüde und vorhin im Kino, Woody Allen, ich hab nur gegähnt und
schläfrig erdulded, was er da laaangweiliges verzapft hat, aber dann
komme ich heim, steige aus dem Auto, Totenstille, fahles Licht knallt
vom Himmel, gespenstisch, wie gemalt und ich bin wach. So wach.
Samstag, 12. November 2016
Die Flodders im Weißen Haus
Das beste am Wochenende ist zweifellos der Freitag. Die Erleichterung, zwei freie Tage zu haben, ist schier grenzenlos. Heute früh zog ich mir was ganz Sommerliches an, denn abends ging es in die Derbyklause.
Vor vier Jahren, als ich von Bling Bling, meiner glamourösen Kollegin, in die Welt des Gänseessens eingeführt wurde (ja, tatsächlich Gänse waren mir fremd, das ist historisch gewachsen, meiner niedersächsischen Mutter geschuldet), also damals in der Derbyklause jedenfalls schwitzten wir uns alle zu Tode, es war grottenheiß und dann noch diese Gans und all das andere schwerverdauliche Zeugs dazu; anyway, heute blies mir Polarluft um die Beine und in den Rücken und ich fror wie ein Schneider.
Als ich nach Hause kam, hüllte ich mein Auto in die vor Wochen beim Rewe erworbene Stoffgarage zu 24 €, das erspart mir das kratzen bei arktischen Temperaturen und hat einen hohen Niedlichkeitsfaktor, wie es dann da so steht in der Dunkelheit, vom Mond beschienen - ein kleiner, untersetzter Darth Vader, drollig.
Unterschwellig muss ich aber die ganze Zeit an Trump denken und Melania, die sich bestimmt Gedanken macht, wie sie das Weiße Haus demnächst umdekorieren wird; also falls sie ein Wörtchen mitzureden hat bei der Inneneinrichtung. Wenn sie dann früher oder später wieder ausziehen muss, werden die nächsten Bewohner viel Zeit aufbringen müssen, all das viele Blattgold wieder von den Wänden und der Airforce One zu kratzen.
Wahrscheinlich wird sich Melania an der unvergessenen Jackie O. orientieren, vielleicht auch an Ivana, beide große Vorbilder (wie schlage ich die meiste Kohle bei einer Scheidung raus, da haben die Maßstäbe gesetzt, seinerzeit). Jetzt kann sich Melania natürlich erst mal nicht scheiden lassen, das muss ihr klar sein. Aber Trump wird ja nicht oft zuhause sein, schätze ich. Wahrscheinlich vergehen die vier Jahre wie im Flug. Und dann lohnt sich die Scheidung erst recht. Immerhin weiß sie, wer sie ist, wie sie mal in einem Interview behauptete, und meiner Meinung nach ist das schon die halbe Miete.
Ich bin ja mal gespannt, wie die Promifeste mit Trumps Soulmates Hulk Hogan, Mike Tyson und Chuck Norris im Weißen Haus laufen werden. Die anderen wollen ja alle auswandern. Die drei können Trump aber bestimmt gute Ratschläge geben, ich seh das förmlich vor mir. Die haben ja auch Erfahrung mit echten Männerfreundschaften, nicht wahr. Und dann bringen die ihre Herzensdamen mit ins Oval Office und der ganze Saftladen bekommt einen pornösen Anstrich beim festigen der Weltherrschaft.
Ich mach mir da nichts vor, trotz aller zur Schau getragenen Lässigkeit, schienen mir Michelle und Barack auch nie wie ein wirklich glückliches Ehepaar. Kein Wunder, wenn die meisten Paare schon an der Aufzucht eines Säuglings oder eines Hausbaus scheitern, wie soll sich ein Paar nach einem amerikanischen Präsidentschaftswahlkampf immer noch gern haben? Körpersprachlich schien Michelle eher angewidert von Barack zu sein, während er sich besser im Griff hatte; wenn er sie dann doch mal küssen wollte, wand sie immer schnell das Gesicht weg, einer Hobbyanalytikerin wie mir entgeht sowas nicht.
Daher will ich mich auch nicht lange mit dem sicherlich katastrophal dysfunktionalen Familienbund der neuen und überhaupt sämtlicher vorherigen Präsidentenfamilien aufhalten. Das Neue ist eigentlich nur, dass sämtliche Trump-Töchter aussehen, als hätten sie zweifelhafte Nebenjobs und dass sie ihre neuen vier Wände so einrichten werden, wie es Bling Bling auch am liebsten tun würde.
Vor vier Jahren, als ich von Bling Bling, meiner glamourösen Kollegin, in die Welt des Gänseessens eingeführt wurde (ja, tatsächlich Gänse waren mir fremd, das ist historisch gewachsen, meiner niedersächsischen Mutter geschuldet), also damals in der Derbyklause jedenfalls schwitzten wir uns alle zu Tode, es war grottenheiß und dann noch diese Gans und all das andere schwerverdauliche Zeugs dazu; anyway, heute blies mir Polarluft um die Beine und in den Rücken und ich fror wie ein Schneider.
Als ich nach Hause kam, hüllte ich mein Auto in die vor Wochen beim Rewe erworbene Stoffgarage zu 24 €, das erspart mir das kratzen bei arktischen Temperaturen und hat einen hohen Niedlichkeitsfaktor, wie es dann da so steht in der Dunkelheit, vom Mond beschienen - ein kleiner, untersetzter Darth Vader, drollig.
Unterschwellig muss ich aber die ganze Zeit an Trump denken und Melania, die sich bestimmt Gedanken macht, wie sie das Weiße Haus demnächst umdekorieren wird; also falls sie ein Wörtchen mitzureden hat bei der Inneneinrichtung. Wenn sie dann früher oder später wieder ausziehen muss, werden die nächsten Bewohner viel Zeit aufbringen müssen, all das viele Blattgold wieder von den Wänden und der Airforce One zu kratzen.
Wahrscheinlich wird sich Melania an der unvergessenen Jackie O. orientieren, vielleicht auch an Ivana, beide große Vorbilder (wie schlage ich die meiste Kohle bei einer Scheidung raus, da haben die Maßstäbe gesetzt, seinerzeit). Jetzt kann sich Melania natürlich erst mal nicht scheiden lassen, das muss ihr klar sein. Aber Trump wird ja nicht oft zuhause sein, schätze ich. Wahrscheinlich vergehen die vier Jahre wie im Flug. Und dann lohnt sich die Scheidung erst recht. Immerhin weiß sie, wer sie ist, wie sie mal in einem Interview behauptete, und meiner Meinung nach ist das schon die halbe Miete.
Ich bin ja mal gespannt, wie die Promifeste mit Trumps Soulmates Hulk Hogan, Mike Tyson und Chuck Norris im Weißen Haus laufen werden. Die anderen wollen ja alle auswandern. Die drei können Trump aber bestimmt gute Ratschläge geben, ich seh das förmlich vor mir. Die haben ja auch Erfahrung mit echten Männerfreundschaften, nicht wahr. Und dann bringen die ihre Herzensdamen mit ins Oval Office und der ganze Saftladen bekommt einen pornösen Anstrich beim festigen der Weltherrschaft.
Ich mach mir da nichts vor, trotz aller zur Schau getragenen Lässigkeit, schienen mir Michelle und Barack auch nie wie ein wirklich glückliches Ehepaar. Kein Wunder, wenn die meisten Paare schon an der Aufzucht eines Säuglings oder eines Hausbaus scheitern, wie soll sich ein Paar nach einem amerikanischen Präsidentschaftswahlkampf immer noch gern haben? Körpersprachlich schien Michelle eher angewidert von Barack zu sein, während er sich besser im Griff hatte; wenn er sie dann doch mal küssen wollte, wand sie immer schnell das Gesicht weg, einer Hobbyanalytikerin wie mir entgeht sowas nicht.
Daher will ich mich auch nicht lange mit dem sicherlich katastrophal dysfunktionalen Familienbund der neuen und überhaupt sämtlicher vorherigen Präsidentenfamilien aufhalten. Das Neue ist eigentlich nur, dass sämtliche Trump-Töchter aussehen, als hätten sie zweifelhafte Nebenjobs und dass sie ihre neuen vier Wände so einrichten werden, wie es Bling Bling auch am liebsten tun würde.
Dienstag, 8. November 2016
Morgen, Kinder...
Amerika hat die Wahl
Die unvollendete Präsidentschaft
Und auch Celebrity Jane hat sich ihre Gedanken gemacht
Die unvollendete Präsidentschaft
Und auch Celebrity Jane hat sich ihre Gedanken gemacht
Sonntag, 6. November 2016
Seven of Nine hat wie immer recht
Am Wochenende habe ich das einzig Richtige gemacht: getanzt und tief im Matsch gestanden.
Wenn man reiten lernt, hat das überhaupt ganz viel mit Dreck zu tun. Im Herbst, wenn die Plätze halb unter Wasser stehen, sind Mensch und Tier völlig eingesaut. Man watet durch Schlamm, was man sonst nicht tut, aber hier bleibt einem nichts übrig. Man geht auf die Weide, um das Pferd abzuholen und stolpert durchs Moor, das gibt ein Schottland-es-kann-nur-einen-geben-Gefühl, dann striegelt man das Pferd, nur um es nach der Reitsstunde noch dreckiger zurück auf die Weide zu bringen.
Während man die hintere Hufe auskratzt, fängt es an zu kacken, es dampft und stinkt, ein Furz folgt auf dem Fuß und schnell räumt man die Kacke weg und kratzt die andere Hinterhufe aus. Mit einem Schwamm wischt man die ewig eingesauten Nüstern sauber, mit einer Bürste kämmt man undefinierbare Dinge aus dem Schweif. Herrlich, ich mag das. Als Kind durfte ich nicht im Schlamm spielen, das hole ich alles nach.
Heute habe ich mich übel verrenkt, weil meine Reitlehrerin behauptet hat, ich würde mich nicht im Oberkörper drehen, wenn ich um die Ecke will, nur den Kopf, paaah, da wollte ich ihr aber beweisen, dass das nicht stimmt. Ich bog und bog mich und sie rief immer noch, ich solle endlich den Oberkörper drehen. Kein Wunder, dass sie das nicht beurteilen konnte, sie stand ja weit weg.
Ich drehte und drehte mich und dann machte es auf einmal Peng! und mir blieb die Luft weg, Nerv eingeklemmt. Ich ließ die Zügel fallen, "Kann nicht mehr atmen, Rippe gebrochen oder Herzkasper", das Pferd war unbeeindruckt, die Trainerin sowieso, ich solle mich zu anderen Seite biegen, dann geht das schon wieder und dann ging's auch schon wieder. Es werden keine Gefangenen gemacht bei diesem Sport, jede Verpimpelung wird einem ausgetrieben.
Das war übrigens der vorerst letzte Pferdecontent. Winterpause.
In der Nacht vorher lag ich erst um 3 Uhr im Bett, schon wieder ein runder Geburstag und ich hatte mir vorgenommen, so gut wie keine Gespräche zu führen, sondern nur zu tanzen. Ich dachte, das ganze Adrenalin muss endlich raus. Ein kühner Plan, denn ich tanze so gut wie nie, weil immer nur blöde Lieder gespielt werden. Aber wie vom Himmel geschickt, war eine DJane engagiert, die über sechs Stunden die Tanzfläche mit 75% der Gäste befüllte. Sie war auch sonst aus verschiedenen Gründen hinreißend und wer eine wirklich Gute sucht, findet sie hier
Nach dem ich mich also gestern und heute ausgetobt hatte, war ich endlich bereit, über mein Büro-Dramulett zu sprechen, denn bisher habe ich mich nur hier ausgekotzt (Danke noch mal für all die freundlichen Kommentare und Mails).
Ich bekam etwas kluges und gleichzeitig hoffnungsloses zu hören, was mich dennoch in den Stand einer entlastenden Kapitulation versetzte. Ich kann nicht kontrollieren, was andere über mich denken; daher keine Versuche der Rechtfertigung mehr, der Zug ist abgefahren. Das Blatt hat sich gewendet und ich kann nichts mehr dagegen tun. Vielleicht habe ich Glück und man wird mich vergessen, vielleicht auch nicht. Niemand wird sich für mich verwenden, denn ein Exempel ist immer auch eine eindringliche Lernaufgabe, die jeder versteht:

Wenn man reiten lernt, hat das überhaupt ganz viel mit Dreck zu tun. Im Herbst, wenn die Plätze halb unter Wasser stehen, sind Mensch und Tier völlig eingesaut. Man watet durch Schlamm, was man sonst nicht tut, aber hier bleibt einem nichts übrig. Man geht auf die Weide, um das Pferd abzuholen und stolpert durchs Moor, das gibt ein Schottland-es-kann-nur-einen-geben-Gefühl, dann striegelt man das Pferd, nur um es nach der Reitsstunde noch dreckiger zurück auf die Weide zu bringen.
Während man die hintere Hufe auskratzt, fängt es an zu kacken, es dampft und stinkt, ein Furz folgt auf dem Fuß und schnell räumt man die Kacke weg und kratzt die andere Hinterhufe aus. Mit einem Schwamm wischt man die ewig eingesauten Nüstern sauber, mit einer Bürste kämmt man undefinierbare Dinge aus dem Schweif. Herrlich, ich mag das. Als Kind durfte ich nicht im Schlamm spielen, das hole ich alles nach.
Heute habe ich mich übel verrenkt, weil meine Reitlehrerin behauptet hat, ich würde mich nicht im Oberkörper drehen, wenn ich um die Ecke will, nur den Kopf, paaah, da wollte ich ihr aber beweisen, dass das nicht stimmt. Ich bog und bog mich und sie rief immer noch, ich solle endlich den Oberkörper drehen. Kein Wunder, dass sie das nicht beurteilen konnte, sie stand ja weit weg.
Ich drehte und drehte mich und dann machte es auf einmal Peng! und mir blieb die Luft weg, Nerv eingeklemmt. Ich ließ die Zügel fallen, "Kann nicht mehr atmen, Rippe gebrochen oder Herzkasper", das Pferd war unbeeindruckt, die Trainerin sowieso, ich solle mich zu anderen Seite biegen, dann geht das schon wieder und dann ging's auch schon wieder. Es werden keine Gefangenen gemacht bei diesem Sport, jede Verpimpelung wird einem ausgetrieben.
Das war übrigens der vorerst letzte Pferdecontent. Winterpause.
In der Nacht vorher lag ich erst um 3 Uhr im Bett, schon wieder ein runder Geburstag und ich hatte mir vorgenommen, so gut wie keine Gespräche zu führen, sondern nur zu tanzen. Ich dachte, das ganze Adrenalin muss endlich raus. Ein kühner Plan, denn ich tanze so gut wie nie, weil immer nur blöde Lieder gespielt werden. Aber wie vom Himmel geschickt, war eine DJane engagiert, die über sechs Stunden die Tanzfläche mit 75% der Gäste befüllte. Sie war auch sonst aus verschiedenen Gründen hinreißend und wer eine wirklich Gute sucht, findet sie hier
Nach dem ich mich also gestern und heute ausgetobt hatte, war ich endlich bereit, über mein Büro-Dramulett zu sprechen, denn bisher habe ich mich nur hier ausgekotzt (Danke noch mal für all die freundlichen Kommentare und Mails).
Ich bekam etwas kluges und gleichzeitig hoffnungsloses zu hören, was mich dennoch in den Stand einer entlastenden Kapitulation versetzte. Ich kann nicht kontrollieren, was andere über mich denken; daher keine Versuche der Rechtfertigung mehr, der Zug ist abgefahren. Das Blatt hat sich gewendet und ich kann nichts mehr dagegen tun. Vielleicht habe ich Glück und man wird mich vergessen, vielleicht auch nicht. Niemand wird sich für mich verwenden, denn ein Exempel ist immer auch eine eindringliche Lernaufgabe, die jeder versteht:
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