Montag, 17. April 2017

Berlin versus Kaff

Als ich aus Berlin losfahre, stehe ich schon nach 20 Minuten im Stau, bis auf weiteres. Keinen Schimmer gehabt von der Mörderbaustelle und das ändert natürlich den Ablauf. Im Geiste quittiere ich den Plan, einen Blogger am Wegesrand zu besuchen, denn die Rückfahrt werde ich in die frühen Morgenstunden legen, damit mir dieser Mist erspart bleibt. 

Trotzdem freue ich mich, dass mein fortschreitendes Alter dafür sorgt, mir die Stunden im Stau mit kontemplativen Gleichmut, hart an der Grenze zur Gleichgültigkeit, zu versüßen. Das wäre früher ganz anders gewesen. Zeter und Mordio. Segensreich ist auch die Halbautomatik. Im Kaff angekommen, bin ich so gechillt wie nach einem Wochenende im Schweigekloster.

Besuche meine Freundin mit den Grübchen, wir schlendern durch das Dorf, auch am Haus meiner verstorbenen Großmutter vorbei, das ein vermögender Arzt zu einem Schmuckstück saniert hat. Ich seh kein einziges Kind auf den Straßen, das Kaulquappen aus dem Bach in ein Einweckglas fischt (wie wir früher und dann den ganzen Sonntag Nachmittag darauf gewartet haben, dass ein Frosch draus wird, vergeblich).