Leider konnte ich nach dem Lesen des Beipackzettels das für den schnelleren Heilungsprozess verschriebene Antibiotikum dann doch nicht nehmen. Zu gefährlich. Ich heile mich jetzt durch spazieren gehen.
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Heute schrieb ich meinen Maler an (ich sage das extra so, denn wer meine gesamte Wohnung gemalert hat, geht direkt in meinen Besitz über). Jedenfalls schrieb ich ihm, dass er sich darauf einstellen soll, mir in nächster Zeit mein Schlafzimmer in hellblö zu streichen. Ach, schrieb er zurück, so schnell schon?
Er hatte mir erst vor 6 Wochen alles tiefrot gestrichen, nachdem er mir vor einem Jahr nur eine Wand rot gemalert hatte. Aber die sah ich ja nie, weil es die Wand hinter dem Bett ist. Da hatte ich ja rein gar nichts von und beschloss, ich geh mal auf's Ganze, mir doch egal, was andere sagen, I dit it my way.
Was soll ich sagen: die erste Nacht saß ich fast durchgehend senkrecht im Bett. Hammer. Es ist dunkel, also kann mir die "anregende" Farbe Rot doch gar nix anhaben. Aber nun erzählen mir alle, doch, kann sie, keiner weiß warum, aber sie kann.
Die folgenden Wochen manifestierten sich mittelleichte Schlafstörungen und was auch noch blöd ist: tagsüber sind das ganz blöde Lichtverhältnisse. Rot schluckt Licht, es ist eine Düsternis, eine von der ganz unguten Sorte und meine Sehnsucht nach beige, ganz ganz hellem grün oder blau wird übermächtig. Anders kann es Frauen mit unerfülltem (beliebigen Wunsch eintragen) auch nicht gehen. Da baut sich ein Druck auf, man glaubt es nicht! Mittlerweile schirme ich die Augen ab, wenn ich das Zimmer betrete.
Eigentlich korrespondiert die Farbe nur noch mit der kleinen Glotze, die fast zeitgleich anfing, ihre letzten Tage einzuläuten. Auf einmal war alles grün, also stellte ich auf schwarz-weiß um; graues Geflimmer vor roter Wand, tut gar nicht weh.
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Ich fuhr zwischen den Jahren zum Saturn, um eine neue Glotze zu kaufen, genauer gesagt ein Glötzchen, denn da kommt mir natürlich nur ein winzig kleines Ding rein, Hauptsache Sleep-Timer. Wenn ich ganz viel Geld hätte, würde ich mir Möbel kaufen, in denen der Fernseher per Knopdruck lautlos verschwindet, denn ich finde nichts so hässlich wie Fernseher. Unverichteter Dinge verließ ich den Laden, denn es gibt nur noch Geräte, die man in einem Stadion aufstellen könnte und alle könnten alles sehen, da rotiert doch bestimmt dieser Feng Shui im Grabe. Das olle Ding muss weitermachen, bis es implodiert.
Tipp: statt fernsehen lieber kommentierte Fotoromane lesen (hier verlinkt: Sex, Drugs und Pferdemist, Teil 1) aus dem auch sonst empfehlenswerten Blog Von gestern.