Ein Jeep hielt neben uns, am Stand mit dem Merguez-Würstchen, in dem vier Kinder, ein Elternpaar und ein Opa saßen. Die Kinder schliefen tief und fest, aber wie man sehen kann, war das ganze Unterfangen auf born to be wild angelegt; jedenfalls hatte die Lagerung der Kinder es so gar nichts deutsches an sich, vielmehr zeigte sich eine grundpositive Haltung zum Leben, ein Leben, in dem keine unvorhergesehenen Bremsmanöver zu befürchten sind, aufgrund derer unangeschnallte, bis über den Rand des Vehikels hinaus schlummernde Kinder unversehens zu Wurfgeschossen transformieren könnten.
| Gechillte Kinder sorgloser Eltern |
Ich war mir nicht ganz sicher, was ich davon halten soll. Der Vater stieg aus, sehr netter Mensch, wie auch die Mutter und der offenbar den Bandidos oder eines ähnlichen Vereins angehörigen Opas einen extrem gelassenen Eindruck machten.
Ich bat darum, ein Foto machen zu dürfen. "Mach das!", rief er und ich sagte, das komme aber in meinen Blog, "Kein Problem, kein Problem."
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Als wir im Café saßen, kam ein Passant vorbei, bückte sich runter zum Stuhl meiner Freundin und klaubte eine VISA-Card vom Boden. Ob die uns gehöre. Nein. Er ging weiter.
Ich sah mich um und war erstaunt, dass er nicht etwa ins Café ging, um die Karte dort abzugeben, sondern einfach weiterlief. Flott, aber nicht auffällig hastig, entfernte er sich, wahrscheinlich sein Glück kaum fassend könnend; irgendein Kaufhaus würde sicher keine Unterschrift prüfen und wir überlegten, ob es unsere Bürgerpflicht sei, den Mann zu verfolgen. Wir konnten uns nicht einigen und irgendjemand hat jetzt die Arschkarte.
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Dann blieb ein anderer Mann bei uns stehen, recht gutaussehend, würdevoll runtergerockt, Amerikaner. Er sprach uns an, ob wir eine Zigarette für ihn hätten. Dann wollte er, dass wir ihm einen Kaffee ausgeben, er hätte noch keinen gehabt heute.
Wir lehnten ab, worauf er uns wahrscheinlich mit einem Fluch belegte und mir dann sagte, ich sei nice, aber meine Freundin sei nicer (was mich an den Nicer Dicer erinnerte, den ich neulich auf QVC beinah bestellt hätte, aber in letzter Sekunde beschied, dass es soweit noch nicht mit mir gekommen sei).
Er deutete auf meine nicer Freundin, "A look in her eyes, I know her" und dann sagte er in gebrochenem Deutsch "Also sprak Tscharatustra", lachte vielsagend und ging weiter.
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Der Fluch tat seine Wirkung, ich kaufte mir gegen meinen Willen einen Ring, ich konnte nicht widerstehen. Eine kindliche Schwäche von mir, blassblaue Steine.
| Fehlkauf => Auswirkungen des Fluchs |
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Bei den Erdbeeren stand plötzlich Hajo Schumacher neben uns. Was sollte der nun von mir halten, mit diesem kindischen Ring? Ich wollte ihm gerne erklären, dass mich vorhin ein Amerikaner verflucht hat, da fiel mir Gottseidank wieder ein, dass er mich ja gar nicht kennt. Ich sah davon ab, ihm von meinem Zustand der Willenlosigkeit zu berichten.
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Auf dem Nachhauseweg hielt an der Ampel neben mir ein schwarzer BMW mit vier testosterongeschwängerten Jungmännern der dritten Generation. Sie taxierten mich. "Schöne Haare!" Ich drehte mich zu ihnen, fixierte einen, lächelte und sagte: "Ich könnte eure Mutter sein." Gutmütiges Gelächter, die Ampel sprang auf grün, allgemeines Gewinke. Sommer in Berlin.
Draußen vor der Tür (1)