Ich muss schon wieder die Dame von Welt verlinken, denn sie hat alles über Patrick Christian Lindner zusammengetragen, was man gelesen haben sollte. Unter anderem hat sie auch das Filmchen verlinkt, in dem Lindner als unerträglich agierender, aber schon damals rhetorisch sattelfester Jung-Germane vor sich hin schwafelt.
Speziell dieser Film hat alle meine Vorurteile über junge FDP-Mitglieder bestätigt. Ich meine nämlich schon immer, dass junge FDP-Mitglieder, vor allem die männlichen, in der Schule durch die Bank verkloppt wurden. Die Gründe kenne ich natürlich nicht genau, vermute aber eine Mischung aus dämlicher Klugscheißerei gepaart mit schlimmen Frisuren.
Dann haben die sich gedacht, irgendwohin muss ich doch gehören und dann sind sie zu den "Jungen Liberalen" gegangen und siehe da, da sahen sie alle so komisch aus und redeten alle so einen Quark und dann fühlten sie sich gleich zuhause und waren glücklich, endlich ein paar Freunde zu haben.
Und weil sie keine richtigen Freunde hatten im wahren Leben, dachten sie sich, gehe ich doch gleich in die Politik und werde eine große Nummer in der FDP, da haben alle einen Stock im Arsch und unter den Uncoolen bin ich der Coolste und dann redeteten sich alle in so einen Rausch und fertig war die Laube.
Dann kam Christian Lindner noch auf die Idee, eine tolle Werbeagentur zu suchen, er entschied sich für die "Heimat", und die machte aus Lindner ein Top Model, jedenfalls faselten alle plötzlich von seiner Schönheit. Ich dachte, welche Schönheit? Lindner, schön? Wie weit ist es in unserem Land eigentlich gekommen?
Okay, Schönheit liegt im Auge des Betrachters, es mag also echte Fans geben, aber mir ist rätselhaft, wie man in diesem alternden Bubi-Gesicht Anzeichen von Schönheit erkennen kann, wo doch Schönheit in meiner kleinen Welt nicht nur aus markanter Physiognomie (die er schon gleich gar nicht besitzt) besteht, sondern im allerbesten Fall eine Mischung aus ebendieser und Charisma (was er ebenfalls nicht besitzt) ist, oftmals ist Charisma sogar das einzig Nötige, um unwiderstehliche Anziehungskraft auszustrahlen. Nichts trifft auf ihn zu, aber er wurde gefeiert, als stünde der neue Sebastian Kurz vor den Mikrofonen; was ja vielleicht sogar beabsichtigt war. Der ist ja auch eine neue Marke.
Wo wir schon bei Marken sind: die "Heimat" gab kürzlich ein von sich selbst besoffenes Interview. Na, die Herren können ihr Glück kaum fassen, eine Traum-Kampagne hatten sie da hingelegt. Sie haben sogar unangenehme Wahrheiten offen angesprochen:
"In dem gemeinsamen Prozess haben wir unangenehme Wahrheiten offen
angesprochen und gemerkt, wenn wir wirklich Erneuerung wollen, brauchen
wir bestimmte Maßnahmen, auch radikale. Sogar der Name wurde
hinterfragt, das Kürzel, wofür steht das eigentlich?"
Ja, eine der ganz großen Menschheitsfragen. Die Antwort folgt sogleich;
"Und so wurde der Name wieder ausgeschrieben in Freie Demokraten."
Aha. So so. Mir stockt der Atem vor soviel Radikalität. Es geht doch nichts über den Markenkern.
P.S: Ich musste mal eine Veranstaltung mit Lindner organisieren. Ich war fasziniert von seiner Leere und Eisigkeit, gepaart mit schneidiger Stimme und all dem Wortmüll, der endlos, aber pointiert aus ihm rausschwallte, einer Puppe gleich, ohne Seele, ohne Empathie, ein politisches Retortenprodukt mit Kindergesicht. Westerwelle und Brüderle wirkten in Relation zu ihm wie die Ausgeburten an Herzlichkeit.
P.P.S.: Liebe Kinder, seit in der Schule immer nett zueinander, damit hernach niemand aus Frust und Angst und Einsamkeit sein Heil in der Politik suchen muss.