Sonntag, 7. Januar 2018

Revolution im Schlafzimmer

Nach meiner Rückkehr aus Usedom musste eine neue Matratze her, denn kein Mensch kann von mir verlangen, dass ich auf watteweich gebetteten Tiefschlaf verzichte, jetzt wo Gott mir gezeigt hat, was alles möglich ist. 

Also überall testgelegen bis sich endlich das Usedom-Gefühl einstellte. Und so ein Glück: vorrätig. Zwei Tage später kam das gute Stück geliefert. Genau an dem Tag, als ich abends Gäste hatte. Ich konnte kaum erwarten, bis endlich alle weg waren und ich ins Bett konnte. 

Allein: das wohlige Gefühl wollte sich nicht einstellen. Verdammt hart, die Matratze. Das war im Geschäft noch ganz anders. Sie und ich, wir waren wie zwei Magnete, die man verkehrt herum aneinander hält. Sie hielt mich auf Abstand und ich verbrachte eine unglückliche Nacht. 

Am nächsten Tag zurück ins Geschäft. Es stellte sich raus, dass mir ein falscher Härtegrad (H4) geliefert wurde. Nun werde ich H2 geliefert bekommen, aber erst in ein paar Wochen. Bis dahin werde ich nächtens über dem Bett schweben, so stark ist die Abstoßungskraft dieser beinharten Unterlage. Vielleicht bin ich ihr auch nicht sympathisch. 

Oder noch schlimmer: Die planen alle gerade eine Revolution: Aufstand der Matratzen. Planet der Matratzen. Die Rückkehr der Matratzen. Das würde mich nicht wundern. Die haben sich seit Jahrhunderten unsere Gewohnheiten aus allernächster Nähe abgucken können, denen ist nichts entgangen. Wahrscheinlich können die unsere neben uns liegenden Smartphones längst per Telekinese bedienen und haben einen Twitteraccount, auf dem sie sich zu konzertierten Aktionen verabreden. # Don't sleep on me

Dann hatte ich mich im neuen Jahr noch zu etwas anderem entschlossen: fast alle meine Freunde haben Netflix oder Sky oder noch was anderes, nur ich zitiere weiterhin aus der FAS. Jetzt habe ich so ein Angebot bekommen und ausnahmsweise auch bestellt. Das Gerät kam 20 Minuten später, aber zu der Geisteskraft, die es braucht, so ein Ding anzuschließen, benötige ich das Wochenende und davon frühestens den Sonntag. 

Gegen 12 Uhr war ich heute soweit, das Ding auszupacken. Alles ging ganz einfach, bis ich zu dem Punkt kam "Schieben Sie hier Ihre Smartcard rein". Isch 'abe gar keine Smartcard. Obwohl ich sie extra mitbestellt hatte. Anruf bei der Auftragsmörderin, der Fachfrau für Fernsehangelegenheiten. "Die kommt extra in einem Brief." Aha. 

Am liebsten wollte ich gleich wieder ins Bett gehen. Aber da bin ich ja auch nicht erwünscht. 

 

Kommentare:

  1. "Nur ich zitiere weiterhin aus der FAS" - herrlich! Genauso geht es mir auch. Was ich nicht kapiere, ist, wann all die anderen die Serien gucken. Haben die soviel mehr Zeit?

    Ihnen ein frohes neues Jahr, und uns Lesenden viele Blogeinträge, das wünscht von Herzen

    Irene

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    1. Besten Dank für die freundlichen Worte.

      Deshalb die anderen so viel Zeit haben, um Serien zu gucken? Ich nehme an, die nehmen sich die Zeit. Ich werde das jetzt auch tun. Das ist ein völlig neuer Lebensansatz. Ein völlig neues Gefühl. Solange noch Winter ist, werde ich wohl untertauchen ;)

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  2. Sehr gelacht, danke!
    An Serien empfehle ich derzeit allen Leuten "Lovesick", britische Lazies um die 30 und trotzdem fühlt man mit.
    LG
    Karin

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