Sonntag, 23. August 2015

Wie mir Udo Jürgens mal einen Gefallen getan hat

Irgendwann im letzten Jahr wurde mir berichtet, man habe ein gaaaanz tolles Geburtstagsgeschenk für mich. Man müsse mir das jetzt schon sagen, damit ich keine anderen Pläne mache. Karten für ein Udo Jürgens Konzert, das genau an meinem Geburtstag stattfinden sollte. "Wirklich?", sagte ich und dachte "Ach herrje." 

Aber ich wollte der allgemeinen Begeisterung nicht im Wege stehen und erwies mich flexibel. Der Rest ist Geschichte, vorher ging er über die Wupper. Ich war heilfroh über sein pünktliches Ableben und bin ihm seitdem zu Dank verpflichtet. 

Eine andere Freundin, der ich von dem geplatzten Konzert erzählte, kannte eine Frau, die eine Patientin hatte, die unheimlich auf den Verblichenen stand (kein Wunder, dass sie behandlungsbedürftig war). Sie stand dermaßen auf ihn, dass sie sich auf einem Konzert in den Backstage Bereich gedrängelt hat und von ihm auserkoren wurde, die Nacht mit ihm zu verbringen. 

Sie war begeistert und konnte es kaum erwarten, mit ihm ins Hotel zu gehen. Sie war sicher, das wird jetzt die Nacht der Nächte, von der sie noch ihren Enkeln erzählen würde. One Night in Braunschweig. Sie kriegte sich kaum ein vor Glück. Bis sie mit Mr. Bombastic im Bett lag. Sein Einsatz: "Nun mach mal!" 

Tja.

Wir sinnierten noch ein wenig, wie es wäre, wenn wir ausnahmslos jeden Mann haben könnten. Wirklich jeden. Immer die freie Auswahl. Selbst mit siebzig. Oder noch älter. Wenn wir noch als Omma dreißigjährige Hardcore Fans hätten. Wir sahen uns schweigend an. Dann lachten wir. Eher friert die Hölle zu.

Kommentare:

  1. Nochmal Glück gehabt. ;)

    Eine ehem. Freundin von mir tat dasselbe einstmals mit dem über die Dörfer tingelnden Matze Reim und war fürderhin einige Monate seine Favoritin um einsame, dunkle Hotelnächte in Döbeln oder Kleinmutzschen zu erhellen.
    Meiner Meinung nach war das einzige, was aufgehellt war, sein Haar, aber sie war begeistert und hängte sich die Wohnung mit gerahmten Bildern des Herrn voll und kannte kein anderes Gesprächsthema mehr.

    Nein, deswegen ist sie nicht meine "ehem.", aber hätte auch ein Grund sein können. ;)

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    1. Das ist ja noch schlimmer! Fehlt nur noch Roberto Blanco.

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