Mittwoch, 16. September 2015

Aus der Hölle direkt vor mein Büro

Das Schlimmste an Cheffe - und es gibt viel Schlimmes an ihm - ist sein Denunzianten-Gen. Er lässt keine Gelegenheit aus, andere in maximal schlechtem Licht dastehen zu lassen und in aller Öffentlichkeit ans Knie zu pissen. Dabei ist ihm egal, ob er sich inner- oder außerhalb seiner Gehaltsgruppe bewegt. Er tritt nach oben wie nach unten.

Es wäre so schön, wenn ich mich emotional nicht so herausgefordert fühlen würde. Verachtung ist ein starkes Gefühl, vor allem, wenn man es unterdrücken muss. Das ist anstrengend und wird von meinem Gehalt nicht abgedeckt.

Letzte Woche ist was schief gegangen, klar, wer der Schuldige ist. Cheffe wittert sofort eine Chance, jemand ganz anderen dafür bluten zu lassen. Er erzählt mir, was er vor hat, ganz berauscht ist er von sich. Ich seh ihn mit undurchdringlicher Miene an und wenn er mich auch nur ein bisschen kennen würde, wüsste er, das ist ein Alarmzeichen. Normalerweise habe ich eine bewegliche Mimik und schau freundlich in die Welt.

Mittlerweile bin ich mir sicher, dass er sehr wohl weiß, dass ich ihm an die Gurgel will, aber zu irgendwas müssen Abhängigkeitsverhältnisse eben gut sein: er weiß, was ich denke und auch, dass ich nichts sagen werde (können, wegen Armut). Weil so verrückt kann niemand sein, zu denken, in mir eine loyale Gesprächspartnerin zu haben, die darauf wartet, irgendwelche Drecksstrategien vorgetragen zu bekommen. Oder doch? Geht Verrücktheit so weit?

Jeden Tag bringt er mich mindestens dreimal so weit, alles überzuschreien oder noch schlimmer, zu Obercheffe zu gehen und selber zur Denunziantin zu werden. Das engste Umfeld wünscht sich das  seit Monaten von mir. Allein, ich bin nicht doof: der Verrat wird geliebt, aber nicht der Verräter. Selbst wenn es mir gelänge.... wären von da an auch meine Tage gezählt. Aber ich phantasiere oft, wie ich auspacke. 

Heute erzählt er mir stolz, wie gut sein Plan geklappt hat. Er wirkt ausgeglichen.
Mal eben so jemanden abgeschossen, without reason, just for fun.

Kommentare:

  1. Uh, das ist wirklich eine blöde Situation...... du Arme! Was für ein A****loch!

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  2. Alles schriftlich dokumentieren und den "Giftschrank" füllen. Wer weiß, wann Du es brauchen kannst.
    Zitat: "Ich kenne niemanden aus dieser (höheren) Gehaltsgruppe der nicht so eine Dokumentation hat"

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  3. Sorry, aber du bist keine Denunziantin, wenn du einem zu UNRECHT beschuldigten Menschen hilfst. Sondern du deckst einen Mißstand auf. Von außen leicht zu sagen, wirst du entgegnen ... aber was wäre bloß, wenn keiner aufsteht? Dieser Typ ist sicher nicht nur dir ein Dorn im Auge. Und wen wird er als nächstes beschuldigen und abservieren für SEINE Fehler?

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  4. Oh nein, weder werde ich Dossiers anlegen noch Missstände aufdecken. Das sollen mal schön die tun, die kraft Amt und Wassersuppe geeignete Sanktionen anordnen können. Die hatten und haben genug Gelegenheiten und ziehen es vor, nicht zu handeln.

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    1. Oh nein, und so handelt keiner und Cheffe treibt weiter ungehindert sein Unwesen.
      Schade schade und ziemlich unlustig.

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