Donnerstag, 21. Februar 2019

Alltag ist die Abwesenheit von Weihnachten, großer Liebe und Krieg (Max Goldt)

Herr Ackerbau ist mir noch ein Pony schuldig gewesen und daran hat er sich erinnert und deshalb bekam ich - gerade als ich im Bus saß auf dem Weg zum Brandenburger Tor, wo ich das erste Mal bei "One Billion Rising" dabei sein wollte - eine Mail von ihm. Er habe zwei Karten für Max Goldt,  wegen Krankheit abzugeben, noch am selben Abend, in Neukölln trete der auf, ob ich die haben will?

Das war ja noch besser als ein Pony! Gleichwohl hatte ich jetzt eine logistische Meisterleistung zu vollbringen. 


  • 15:45 Uhr Mail an Freunde, wer kommt mit? 
  • 15:50 Uhr G. kommt mit. Treffpunkt 19.30 Neukölln.
  • 16:00 Uhr Ankunft Brandenburger Tor. Schreck lass nach, getanzt wird erst ab 17.30 Uhr. Warum sagt mir das keiner? 
  • 16:30 Uhr Üben der Choreographie, die unermüdliche und alterslose Jocelyn B. Smith singt dazu. Ich fotografiere lieber das Gehopse meiner Mitstreiterinnen, anstatt mich zum Klops zu machen.
  • 16.45 Uhr Eine dramatisch geschminkte gute Bekannte wird pausenlos von den anwesenden Sendern gefilmt, wofür ich großes Verständnis habe, was mich jedoch stets in die Flucht treibt, da sie große Schilder ihrer Firma mit sich herumträgt. Meine Chefs würden sich freuen, mich in der Abendschau zu erblicken, als Nummerngirl neben dem Transparent "Wir gegen Gewalt" unserer Konkurrenzfirma. Soweit sind sie noch nicht, dass sie die globale Botschaft in den Vordergrund stellen.
  • 17:00 Uhr Langsam wird mir kalt, denn es waren zwar 13 Grad und Sonne angesagt, was mich zu luftigerer Übergangsbekleidung verführte, aber gegen Sonnenuntergang hin wird es empfindlich schattig, vor allem die Füße sind schon zu Eis geklumpt. 
  • 17:10 Uhr Die Choreographie wird fleißig weiter geübt und auf der Bühne tanzen junge Menschen die dollsten Sachen, alles gegen Gewalt, auch junge Männer sind dabei, was mich durchaus rührt, aber vielleicht wollen die nur entdeckt werden für Let's Dance oder so etwas.  
  • 17:20 Uhr Ich überlege, wie lange ich mit den Öffentlichen zurück ins Büro brauche, dort ins Auto steige, um dann nach Neukölln zu fahren und ob ich wohl vorher noch was essen gehen kann, denn zu meinen klumpig-eisigen Füßen gesellen sich erste Hungerödeme dazu. So kann ich Max Goldt kaum genießen.
  • 17:25 Uhr Fünf Minuten, bevor der weltweite Tanz gegen Gewalt losgeht, begebe ich mich in Richtung Bushaltestelle. Ich muss in die Wärme und brauche was zwischen die Kiemen. Ich habe noch Großes vor. Das erste Mal im Leben werde ich Max Goldt vorlesen hören. Halbgott meiner Anfangsjahre in Berlin, ganz nah beeinander in Moabit wohnten wir. Freilich traf ich ihn nie, aber ich kaufte jedes seiner Bücher und verschlang es. Das konnte ich mir damals mit links leisten, denn wenn man Buchhändlerin ist, bekommt man Bücher praktisch hinterhergeschmissen. 
  • 18:00 - 19:00 Uhr Futteraufnahme bei meinem Lieblings-Vietnamesen
  • 19:30 Uhr Ankunft in Neukölln, gutes Parkplatzkarma wirksam wie eh und je.
  • 20:00 Uhr Auftritt Max Goldt. Er ist genau so, wie ich es mir gedacht habe. Wer so schreiben kann, muss auch gut vorlesen können und er liest noch weitaus besser als Harry Rowohlt, dessen Lesungen ja immer als legendär wegen Länge und zunehmender Trunkenheit des Autoren, bzw. Übersetzers galten, die ich aber nach einer gewissen Zeit eher ermüdend fand. Ganz das Gegenteil nun Max Goldt, dem ich die ganze Nacht hätte zuhören wollen und können, wenn es nach mir gegangen wäre, aber ich hab ja nichts mitzureden und so blieb es bei zweieinhalb Stunden, aber die haben mich überaus beglückt.

Dafür werde ich Herrn Ackerbau immer zu Dank verpflichtet sein, einen Wunsch nun hat er bei mir frei - denn allein durch meine Schusseligkeit ist es mir in all den Jahren nie gelungen, rechtzeitig von einer Goldt-Lesung in Berlin Kenntnis zu erlangen. Und obwohl ich nun schon solange mit einem seiner guten Freunde befreundet bin, habe ich nie wieder die verpasste Gelegenheit ("Komm doch zu Klaus Bittermanns Party, ich hol dich an der Tür ab, Max Goldt ist auch da" - was mich damals in eine verschreckte Paralyse versetzte, die es mir unmöglich machte, auf dieser Party zu erscheinen, mein Gott, wie blöde von mir!) transfomieren können in eine genutzte Gelegenheit. Ich wurde schlicht nie wieder gefragt *schluchz*

Was für ein heiterer Abend! Einziges Manko: schräg links vor uns saß ein Typ mit einer meckernden, keckernden Lache und er lachte wirklich ununterbrochen, er lachte aus Prinzip und schon bevor der Satz zuende gebracht wurde, womit er wohl seine Kennerschaft ausdrücken wollte, damit aber nur Mordgelüste der direkt Umsitzenden hinaufbeschwor, aber dafür konnte Max Goldt ja nix.


Mittwoch, 13. Februar 2019

Das schwarze Sofa

Nachdem Das Magazin für Radikale Heiterkeit schon von einem Abend auf der Berlinale berichtet hat, möchte ich ihm in nichts nachstehen, wenn ich auch natürlich gewohnt nüchtern geblieben bin und daher keine Exzesse im wörtlichen Sinn zu beichten habe. Im übertragenen Sinn auch nicht, so gesehen.

Das einzig Exzessive war die Anzahl der Menschen, die ich kennengelernt habe, wohl weil ich so außergewöhnlich kommunikativ war. Dabei musste ich mich im Grunde nur von etwas ablenken und zwar gründlich und das ist mir auch gelungen, dem Himmel sei Dank. Und nein, darüber werde ich nicht näher berichten. Ein jeder von uns musste sich schon mal von etwas ablenken.

Jedenfalls stand ich sehr kurz auf der Preisverleihung im Gedränge und erspähte die einzige Sitzgelegenheit, ein schwarzes Sofa, am Rande des Saals, neben der Treppe, die hinunter zur Garderobe und den Waschräumen führte. Zunächst blieb die Auftragsmörderin neben mir sitzen, aber im Gegensatz zu mir hatte sie berufliche Pflichten zu erfüllen, während ich nur aus Jux und Tollerei erschienen bin.

Sie verschwand mit den Worten "Ich dreh mal 'ne Runde" und ich winkte ihr gleichmütig hinterher. Kaum war sie weg, setzte sich ein hornaltes Mütterlein zu mir. Sie sah aus wie eine 80 jährige Ex-Ballerina, mit einem außergewöhnlichem Gesicht und sehr gerader Haltung. Sie stellte sich mir formvollendet vor und ich bedauerte, dass ich sie nicht kannte, denn natürlich war sie eine Schauspielerin und im Prinzip kenne ich sie alle, nur nicht die aus deutschen Vorabendserien, weil ich die beim besten Willen nicht sehen kann. Die Auftragsmörderin kam auf einen Sprung vorbei, sie kannte die kleine Dame, was diese erkennbar erfreute.

Sie sei auf der Suche nach Freunden, die ihr gesagt hatten, dass sie auf diesem Empfang seien und ich dachte bei mir, was für eine couragierte 80jährige, denn eins ist klar, wenn ich erstmal 80 bin, werde ich auf keinen Berlinale Empfang mutterseelenallein gehen, in der Hoffnung, dass ich Freunde treffe. Ich werde nur aus dem Haus gehen, wenn ich schriftlich habe, dass ich Freunde treffen werde, besser noch, sie holen mich ab. Im Grunde mache ich das heute schon so. Es nützt einem der schönste Empfang nichts, wenn man kein back up hat, so sieht's doch aus.

Nach einer Weile verschwand die Ballerina wieder im Getümmel und ich sah ihr bewundernd hinterher. Lange Zeit blieb mir nicht, denn schon setzte sich die nächste Frau zu mir auf's Sofa, die ich für weitaus älter hielt als ich es bin; im Gelauf des Gesprächs allerdings stellte sich raus, dass sie zwei Jahre jünger ist. Diese nun duzte mich unverfroren, offenbar hielt sie mich für Fachpublikum und unter Filmleuten duzt man sich offenbar. Sie teilte mir sogleich mit, dass sie einen Roman geschrieben hat, von dem sie 10 Exemplare pro Monat verkaufe, obwohl der Verlag keine Werbung mache, das sei doch nicht schlecht, oder? Ich fragte nach dem Namen des Verlags, denn für derlei bin ich ja durchaus Fachfrau und deshalb weiß ich, der Name des Verlages bedeutet alles und bestimmt über Wohl und Wehe einer jungen Schriftstellerkarriere.

Wie ich vermutet habe, handelte es sich um einen Selbsverlag, mit dem man keinen Blumentopf gewinnen kann: Immerhin hat sie angeblich keinen Cent aus eigener Tasche investieren müssen, was ich ihr kaum glauben konnte, aber das war auch egal, denn nun kam sie zum wichtigsten Thema; ihr neuer Freund. Ein Franzose aus dem Internet, der sei auf ihrem Twitteraccount gelandet und seitdem seien sie zusammen und im Oktober zieht er zu ihr nach Berlin, sein Haus in Frankreich habe er schon verkauft und sie hätten sich auch schon zweimal gesehen und sexuell sei er die Erfüllung ihres Lebens, obwohl er einen Hüftschaden habe und kleiner sei, als sie. 

Ihr hörte ihrer atemlos vorgetragenen Intimbeichte zu, die Auftragsmörderin kam auf einen Sprung vorbei und nach ein paar mitgelauschten Sätzen verschwand sie sofort wieder in der Menge. Die hatte es gut, sie hatte ja berufliche Verpflichtungen.

Eine dritte Frau setzte sich zu uns auf's Sofa, die ich nun ausnahmsweise sofort erkannte und von der ich zufällig erst kürzlich eine beeindruckende Doku gesehen hatte und da ich inzwischen einigermaßen enthemmt war von dieser detailreichen französischen Liebesgeschichte, machte ich der Dokumentarfilmerin sofort Komplimente über ihre fabelhaften Oberarme beeindruckende Dokumentation über bescheuerte Neonazis und schon wollte die deutsche Catherine Deneuve neben mir auch die Mailadresse von der Doku-Filmerin haben (meine hatte sie sich schon umständlich in ein Notizheft geschrieben), die nun in mehrmaligen Anläufen versuchte, so deutlich zu buchstabieren, wie es der Klangteppich eines Empfanges eben erlaubt. 

Die Auftragsmörderin kam des Weges und ich stellte ihr die Doku-Filmerin vor, so standen wir zu dritt, Catherine Deneuve blieb sitzen und stand dann auf, um sich zu trollen. Ich hatte nun auch jedes Detail ihres Lebens erfahren, einschließlich ihrer langjährigen, sexuell unerfüllten Ehe und dem besorgten Sohn, der den Franzosen auch verdächtig findet. Ich wünsche dem jungen Glück aber trotzdem alles Gute. Vielleicht sollte ich mir auch einen Twitteraccount zulegen und gewönne dann einen sexuell begabten Skandinavier mit Hüftschaden für mich.

Ich setzte mich wieder, eine weitere Frau auf dem Weg zur Garderobe stoppte, ging in die Knie, stellte sich als Petra vor, und sei das nicht ein toller Empfang, so nette Leute und ich fragte mich insgeheim, mit wem sie mich wohl verwechselte, dann kamen ihre Freunde vorbei, die sich mir auch vorstellten und inzwischen hatte ich das Gefühl, dass ich auf dem schwarzen Sofa einer Königin gleich Hof hielt. Ehrlich gesagt, machte mir die Sache zunehmend Spaß.

Die Auftragsmörderin setzte sich eine Weile zu mir, dann kam eine Kollegin von ihr vorbei, die sich umgehend beschwerte, dass Autorinnen schlechter bezahlt werden als Autoren und da dachte ich: "Da waren sie wieder, unsere drei Probleme" und schon gab ich Tipps zum Entgelttransparenzgesetz, das freilich ein stumpfes Schwert und außerdem nur anwendbar in Unternehmen ab 200 Mitarbeiter*innen ist und so eine Autorin schreibt ja für gewöhnlich ganz allein bei sich daheim. Ich hätte es nie erwähnen sollen. Völlig nutzloses Wissen über ein so gut wie nutzloses Gesetz. 

Die kleine Ballerina kam wieder vorbei, im Schlepptau ihre Freunde. Ich war gottfroh, dass dieser gewiss beschwerliche Ausflug für sie von Erfolg gekrönt war. Es hätte mir sehr leid getan, wenn sie wieder nach Hause hätte gehen müssen, ohne mit jemand anderem außer mir gesprochen zu haben; wo ich sie nicht mal kannte. So möchte man als Schauspielerin in seinen späten Achtzigern doch wirklich nicht enden.  

Anmerkung: ich habe unterdessen nach ihr gegoogelt: sie ist eine wirklich beeindruckend gute Schauspielerin und shame on me, dass ich so eine Banausin bin.

Jedenfalls begleitete ich die Auftragsmörderin auf ihrer nächsten Runde und noch mehr Menschen kamen vorbei, diesmal alles Kollegen und Kolleginnen von ihr, durch die Bank ebenso entzückende Menschen wie die Auftragsmörderin selbst und was soll ich sagen, ich bin jetzt wieder Mitglied eines Lesezirkels und werde demnächst ein Geheimblog zusammen mit einer Dramaturgin schreiben.

Im nächsten Jahr komme ich wieder.



Montag, 11. Februar 2019

Das stille Mädchen

Beim Friseur sitzt eine Frau neben mir, was an sich nicht erwähnenswert ist, hätte sie nicht ihre kleine Tochter dabei gehabt, ca. 2-3 Jahre alt, die sie der Einfachheit halber einfach auf den Boden setzte zwischen uns beide, unter den Frisiertisch, der über die gesamte Wandbreite ging; an ihm ca. sieben Stühle, die alle besetzt waren.

Dieses Kind blieb dort über eine Stunde einfach sitzen. Muckste nicht, rührte sich nicht, schaute nur aufmerksam in den Raum. Das einzige, was es machte, war, mit den eigenen Händen zu spielen, so in der Art, wie wenn Erwachsene Däumchen drehen, also ohne hinzusehen. Kinder drehen dann etwas ungelenker die ganze Hand.

Als ich aufstand, zum Waschbecken rüber ging, damit mir die Farbe aus den Haaren gewaschen wird, konnte ich das Kind von vorne sehen. Dessen Mutter war ein paar Minuten später fertig und stand auf. Gemeinsam mit der Frriseurin betrachtete sie ihre Haare. Ihr Kind stand auch auf. Da befand die Mutter, die Friseurin müsse im Nacken noch etwas nachschneiden und setzte sich wieder.

Das Kind blieb stehen, lehnte sich nur einfach gegen die Wand, drehte seine Hände und schaute weiter aufmerksam und mucksmäuschenstill in den Raum oder zu seiner Mutter. Es war kein Anzeichen von Ungeduld oder Unruhe oder Bewegungsdrang zu erkennen, nur Geduld und Ergebenheit, aber in Form von Ergebenheit eines erwachsenen Menschen. In seinem ganzen Habitus war rein gar nichts kindliches mehr.

Ich war mittlerweile so geflasht von diesem kleinen Mädchen und außerdem den Tränen nahe. Dass man einem so kleinen Menschen schon jede altersgerechte Regung abgewöhnt hat - was musste man getan haben, um so ein Ergebnis zu erzielen? Die Mutter hatte keinen Blick für das Kind übrig. Eine scheinbar völlig natürliche Interaktion zwischen den beiden. Die Mutter beschäftigt mit sich und das Kind beschäftigt mit gar nichts und so auffällig unauffällig dabei, dass es zumindest mit das Herz zerriss.

Als die Mutter endlich mit ihrer Frisur zufrieden war, nachdem sie sich noch lange im Spiegel betrachtet hatte, sich immer wieder durch die Haare fuhr, machte das Kind einen  kleinen Schritt auf sie zu und legte eine Hand auf den Stuhl der Mutter und sah mit diesem aufmerksamen Blick hoch, wohl um den Augenblick nicht zu verpassen, in dem die Mutter (weiterhin ohne jeden Blickkontakt zum Kind) dessen Hand ergriff und zur Kasse ging.

Ich war indessen gewiss, dass hier ein Fall für das Jugendamt vorliegt. Anderen, vor allem den Friseurinnen, fiel ebenso auf, was das "für eine süße Kleine" ist und "so geduldig - habt ihr das gesehen?" Oder total frustriert, bestenfalls, dachte ich und kämpfte weiter mit den Tränen. In meinem ganzen Leben habe ich kein Kind wie dieses gesehen. 


Später am Abend im Kino sah ich "Der Junge muss an die frische Luft", dann war's vollends um mich geschehen. 




Dienstag, 5. Februar 2019

Die bleierne Ente

Neulich erzählte mir jemand von einem ganz tollen Schwimmbad in Zehlendorf.  Tolles Schwimmbad in Zehlendorf? Nie gehört, nie gesehen. Schwimmtechnisch sind die Zehlendorfer am Arsch der Welt.

Naja, ich hab dann mal recherchiert. Ich will ja immer noch so gerne Arme wie Michelle Obama kriegen. Gibt es hier doch tatsächlich ein Bad, das früher Hitlers Leibstandarte als Bootcamp für Seepferdchen und Fahrtenschwimmer gedient hat. Du meine Güte! Und es ist "behutsam" saniert worden, was nix anderes heißt, als das alles, was für Nazibauten typisch ist, genau so gelassen wurde, einschließlich der an die Wand gedengelter nackter Menschen in Übergröße. 



Ich muss das Bad dennoch loben, denn ist man erst mal drin, kann man sich nur freuen. Es ist nämlich sehr groß, 50x25 und 15 m hoch und da dauert es schon, bis einem mal ein anderer Schwimmer begegnet. Jedenfalls in meinem Fall, die ja eher Stand-Schwimmen kultiviert, bzw. in Ermangelung eines Schwimmstils einfach nicht voran kommt, also nur in Zeitlupe, ich also der Günter  die Gundula Netzer der Hallen- und Freibäder bin - ähm...was wollte ich sagen? Ach ja, es dauert, bis mal jmd. an mir vorbeipflügt. 

Hinzu kommt: in der Schwimmhalle hat's frische Luft. Keine saunös dicke Luft, eher eine gewisse Kühle, die sich fortsetzt, wenn man ins schattige Wasser steigt. Dauert ein bissel, bis einem warm wird, vor allem, wenn man drei Minuten für eine Bahn braucht. 

Es gibt nix, was das Auge ablenkt. Keine Rutsche, kein Sprungturnm, keine Liegen - hier soll niemand Spaß haben; einfach nur schwimmen und Fresse halten. 

Bildergebnis für Schwimmhalle FinckensteinalleeBildergebnis für Schwimmhalle Finckensteinallee

Aber ich hieße ja nicht Annika, wenn mir nicht mindestens zwei Honks begegnet wären. Ein sehr merkwürdiges Männerpaar, erkennbar nicht schwul, dennoch nicht einzuordnen. Ein alter (ca. 70) und ein jüngerer (ca. 45) Mann steigen gemeinsam ins Wasser, bleiben immerzu am Rand stehen, machen Gymnastikübungen und erzählen sich was. 

Ich glaube, der alte Mann muss unfreiwillig den Wingman für den Jüngeren geben, der nach kurzer Zeit im Wasser genießerisch sagt "Ich weiß schon, was wir die nächsten zwei Jahre am Wochenende machen: wir werden richtige Wasserratten." Der Ältere schweigt skeptisch und schaut mich irgendwie hilfesuchend an, vielleicht liegt hier ein Kapitalverbrechen vor: der alte Mann ist im Keller des Jüngeren eingesperrt und darf nur manchmal an die frische Luft. Aufgrund des Stockholm-Syndroms traut er sich nicht zu fliehen.

Als ich das nächste Mal vorbeischwebe, sagt der Jüngere "Nächsten Sonntag können wir doch auch bei Aqua Fitness mitmachen, guck mal da drüben, da sind auch Männer bei. Nicht so wie in Schöneberg, wo nur übergewichtige, alte Weiber mitmachen."


Wenn ich bei was wirklich die Hasskappe aufsetze, dann, wenn hässliche mittelalte Loser mit Schmerbauch und in Ermangelung eines altersgemäßen Freundeskreis mit einem Tattergreis als Wingman schwimmen gehen müssen, sich darüber beschweren, dass sie mit dem Anblick (ihrer Meinung nach) nicht genügend attraktiver Frauen konfrontiert werden.
 Ach, das war jetzt auch nicht PC: nix gegen Tattergreise, es gibt haufenweise Tolle davon, ganz bestimmt. 

Jedenfalls schwomm ich 40 Minuten, immerhin, ein Anfang und dann ging ich duschen, bzw. hätte ich gerne geduscht. Hier mein einziger Kritikpunkt: die Duschen lassen sich nicht regulieren und sind auf kochendheiß eingestellt. Ansonsten: tippe toppe, der Laden. 

Ich habe auch gleich einen psychologischen Anfängertrick gemacht, damit ich da bloß wieder hingehe: Badeanzug in der Dusche vergessen.  


Bildergebnis für Schwimmhalle Finckensteinallee


Donnerstag, 24. Januar 2019

Finally rauchfrei

Ich hab ja immer gesagt, dass ich nicht nikotinsüchtig bin. Die Handlung ist's. Irgendwas in den Fingern haben und vor mich hindampfen, wenn mir danach ist. 

Was soll ich sagen? Es stimmt. Seit 14 Tagen rauche ich nicht mehr. Nur E-Zigarette ohne Nikotin, dafür mit Eukalyptus-Geschmack. 

Ich mein', ich höre mich an wie Darth Vader, wenn ich an diesem Elektrodings sauge und es liegt auch recht schwer in der Hand und dass ich gaaaaanz lange daran ziehen muss, damit das Liquid das tun kann, was ein Liquid tun muss (fragt mich bitte nicht was, hat mir die Verkäuferin erklärt und ich hab's gleich wieder vergessen) und es auch eine gewisse Eingewöhnungsphase gab, weil ich Eukalyptus doch sehr mit Bonbons assoziiere und ihr wisst ja, was passiert, wenn man versehentlich einen Bonbon einatmet (genau, man braucht gute Bekannte in der Nähe, die den Heimlich-Griff beherrschen), naja, trotzalledem bin ich zufrieden, dass es diese Ersatzhandlungsdinger überhaupt gibt. Ich hätte sonst nie aufhören können. Kein Zucker und keine Zigaretten mehr, es gibt auch bei mir Grenzen des Machbaren. 

Überhaupt diese Läden, die wie Pilze aus dem Boden geschossen sind, House of Vapes London, Tante Dampf, Capital Vapers, VapeOne, Dämpfchen, Lynden Vape Culture, Hello Vape und wie sie alle heißen: betritt man so einen Laden (ich war in zweien), wird man grundsätzlich geduzt. Zudem verdächtig freundlich und geduldig bedient. 

Kein Wunder die müssen ihre Klientel ja ganz neu züchten. Uns gibt's noch nicht wie Sand am Meer. Also gibt man uns das Gefühl, wir seien furchtbar jung, lässt uns an allen Geschmacksrichtungen nuckeln, um nach einstündiger Beratung ca. 30 € im Laden zu lassen, was sich meiner Meinung nach nicht rechnen kann, aber vielleicht machen die ihr Geld mit den Liquid-Junkies und wahrscheinlich bin ich auch bald einer. 

Irgendwas muss da drin sein, ich bin seit Tagen ganz früh müde und geh teilweise schon um 22 Uhr ins Bett, nach 10 Minuten bin ich schon in der ersten REM-Phase. 

Das nächste Projekt: ich habe einen Flug gebucht. Dazu ein anderes Mal mehr.

Sonntag, 20. Januar 2019

Erschleichung schwelgerischer Widmungen

Eine Wochenendreise in die Heide, zu einem der Hauptprotagonisten meiner kleinen Serie:

Männerbekanntschaften 1
Männerbekanntschaften 2
Männerbekanntschaften 3

Ich hätte diesen Post gerne "Männerbekanntschaften 4" genannt, aber die Frauen waren in der Überzahl (4:2)  und ich will niemanden in die Irre führen. Geplant ist ein heiteres Groupie-Treffen mit Besichtigung des Familien-Archivs, wegen dem der Autor das Leben seines Alter Egos Martin Schlosser minutiös nacherzählen kann. Martin Schlosser hat ebenso viel männliche wie weibliche Fans und bietet viel Anlass für Lob, Preis und Anbetung.

Aber zunächst mal bin ich heilfroh, dass ich meine Wärmflasche dabei habe, denn in des Großmeisters großzügiger Behausung wird die Benutzung der Heizung offenbar für überschätzt oder anderweitig überflüssig gehalten, dabei waren 6 Grad minus draußen. Ich fürchte, er hat es mit der Schildrüse, denn bei Über- (oder Unter)funktion haben diese Menschen keinerlei Kälteempfinden mehr.

Ein Spaziergang zum Elbe-Seitenkanal wurde anberaumt, den ich tagsüber auch sehr gerne gemacht hätte. Nun war es bereits stockdunkel, nur der Mond schien fahl auf die Felder. Wir stapften durch die totenstille Einöde, den Deich hoch, am spiegelglatten Wasser entlang und mir wurde und wurde nicht warm, denn dazu liefen wir zu langsam. 

Nach dem Essen wurde viel getrunken, ich war wie immer nüchtern und muss zugeben, dass es mir von Jahr zu Jahr schwerer fällt, immer die einzige zu sein, die die Ausfälle enthemmter Mitmenschen bei lebendigem Leib ertragen muss. 

Es gibt ja kaum was Schlimmeres, als traurigen betrunkenen Menschen zuzusehen. Eine der Frauen, vom Schicksal gebeutelt durch zeitgleichen Mann- und Jobverlust gab sich die Kante (möglicherweise vertrug sie auch einfach nichts) und wurde dann so anstrengend, dass ich gleichermaßen den Mann und den Verlag wegen des Abbruchs der Beziehungen zu verstehen begann.

Sie hatte nach oben geheiratet und konnte nun mit einem Eintrag im Gotha reüssieren und obwohl ihr Adels-Gatte auf der einen Seite wohl ein grausamer Armleuchter ersten Ranges zu sein scheint, ist sein Name auf der anderen Seite doch Grund genug, ihn zu behalten, denn die eigenen Kinder im Gotha, das wird einem heutzutage auch nicht allzuoft geboten. Die Trauer und der Alkohol sorgten allerdings daür, dass sie uns das in Endlosschleife erzählte, was uns wiederholt zwang, das Thema mehr oder weniger abrupt in andere Bahnen zu lenken.

Eine andere der anwesenden Frauen erzählte bereits in den ersten drei Minuten von der lange, lange zurückliegenden dreijährigen Beziehung zu einem weltbekannten 27 Jahre älteren britischen Punkrock-Musiker, der heute immer noch ein toller Mann sei. Das erinnerte mich an den Film "A Star is born", den ich neulich gesehen durchlitten habe. Wann immer ich auf einem Konzert war, hat mich nie der Sänger auf die Bühne geholt, um direkt im Anschluss eine langjährige Beziehung mit mir zu beginnen. Irgendwas ist schief gelaufen in meinem Leben. 

Jedenfalls war die Rockstar-Frau erfrischend natürlich, liebenswürdig und gutgelaunt. Und hat zudem eine bedeutende Position in einem bedeutendem Verlag inne - leider in denselben Verlag, der ihre adelige Freundin gerade gefeuert hatte. Man sah den beiden Frauen an, dass dieser Umstand eine Prüfung ist und für alle Zeiten sein wird.

Später in der Nacht sagte unser Gastgeber, wir sollten doch noch mal alle runter ins Archiv stiefeln, er habe da so einen Extra-Schrank, nur gefüllt mit Belegexemplaren seiner Bücher, da könnten wir uns alle aussuchen, was wir wollten. Es sei doch absurd, dass die Bücher in einem dunklen Keller versauern, anstatt gelesen zu werden. Ungläubigkeit in unseren Gesichtern. Ob er das wohl ernst meinte? Meinte er, und unter anderem deshalb muss man ihn lieben. 

Wir schleppten also ziemlich viele Bücher nach oben, die er uns alle geduldig signierte. Die Adelige befahl mit schwerer Zunge: "Jetzt schreib mir mal was schwelgerisches rein" und der anwesende Anwalt meinte: "Hier werden sich schwelgerische Widmungen erschlichen" und ich dachte, Zack, das ist doch mal ein Blogtitel.

Und ich möchte euch am Ende eins der Bücher unseres Gastgebers dringend ans Herz legen, denn wenn ihr das gelesen habt, werdet ihr automatisch alle Folgebände lesen wollen.

Der Kindheitsroman

Alle Babyboomer und deren Eltern werden es lieben. 
Und die anderen auch.







Dienstag, 15. Januar 2019

Führen und folgen (Tango für Anfänger)

Gewisse Umstände haben mich in ein Wochenend-Tango-Workshop gespült. Noch vor kurzem hätte ich die Hände für mich ins Feuer gelegt, dass ich dergleichen niemals zu berichten haben werde. 

Mich interessiert Paartanz nicht. Ich kann mich nicht führen lassen und bin sicher kein Quell der Freude, wenn man mich an der Backe hat. Und diese körperliche Nähe zu wildfremden Menschen - och nö. Um jemanden näher als die europäische Armlänge zu ertragen ist unabdingbar, dass ich ihn/sie sehr gerne habe. Alle anderen bleiben mir bitte vom Leib.

Leider es nützt nichts, mit vertrauter Begleitung zu erscheinen: alleweil müssen die Tanzpartner*innen gewechselt werden. 

Aber mal zum wesentlichen: Tango ist ein interessanter Tanz, der ein bisschen wie Bodenarbeit mit dem Pferd ist. Da muss ich auch nonverbal führen und das Pferd muss meine Signale so gut verstehen, dass es mir folgt.  Wenn es mir nicht folgt, bin ich nicht deutlich genug.

Führen und folgen, darum geht es beim Tango. Hört sich einfach an, ist sauschwer. 

  • Part 1: Arme im rechten Winkel ausstrecken, das Gegenüber legt seine spiegelgleich obenauf. Der untere Arm führt. (sehr schwer)
  • Part 2: Arme auf die Schultern des Gegenübers legen. Das Gegenüber führt und hat dabei seine eigenen Arme hinter seinem Rücken verschränkt. (sauschwer)
  • Part 3: Übliche Tanzhaltung (fast nicht zu schaffen)

Nun sah das alles eher aus wie Schränke schieben und meistens habe ich mich auch so gefühlt. Entweder war ich der Schrank oder ich schob einen, mit heiligem Ernst. Viel zu lachen hat man obendrein nicht, weil a) hat es nichts mit tanzen zu tun und b) soll man auch nicht schunkeln oder hüpfen, sondern statuengleich und schnörkellos geradeaus oder höchstens im rechten Winkel zur Seite gehen.

Dennoch geht es soviel um Kommunikation, Missverständnisse, Fehlannahmen, Neubeginn (=Milchtritt), Anlehnung, etc. - wie ich schon immer über diesen Tanz dachte: ein jeder birgt in drei Minuten eine zehnjährige Beziehung von Anfang bis Ende. 

So wie ich also monatelang versucht habe, ein Pferd wort-und berührungslos von links nach rechts zu bewegen, so mühte ich mich jetzt mit verschiedenen Menschen ab. Und die waren aber auch verschieden! 

Ein schwuler Mann beschwerte sich bei mir, dass er tags zuvor auf einer Milonga war, wo "leider" auch Heterosexuelle waren. Dabei schürzte er leicht angewidert die Lippen. Ich sah ihn schuldbewusst an. 

Das Küken, höchstens 22, tanzte mit geschlossenen Augen; egal, ob sie führte oder folgte. Sagenhaft intuitiv war sie, als ob sie in einem früheren Leben schon einmal Schleiertämze aufgeführt hätte. 

Eine Frau sah alle ihre anderen Tanzpartner beim tanzen unverwandt an, bis auf den Seelengrund starrte sie und korrigierte immer in so einem leichten Domina-Ton, der merkwürdig konterkarierte mit ihrem goldbelockten Engelsgesicht: "Du haust mir schon wieder ab". Dann kam die Tanzlehrerin und bestätigte, dass ich stets mit dem Oberkörper zurückweiche. Ich fand das nur logisch. Wenn ich mit Blicken so aufgespießt werde, ich bitt' euch! Ich will selbst entscheiden, mit wem ich ernstgemeint und unmissverständlich Augenkontakt aufnehme. Ich kann gucken, da wächst kein Gras mehr. Wenn ich will. 

Fazit: ich empfehle es jedem, aber werde das nicht weiter verfolgen. Bis das mal gut aussieht, vergehen Jahre. Ich schau lieber zu, im Sommer, im Mon Bijou Park.

Donnerstag, 3. Januar 2019

Wenn Frauen spazierengehen

In meiner Straße steht ein Haus, an dem ich im Winter besonders gerne vorbeigehe. Es ist fast vollständig verglast und an einer Wand hängt ein riesiges, goldenes Buddha-Relief. Dieses wird angestrahlt, was widerum für eine warm-goldene indirekte Beleuchtung des ganzen Raumes sorgt. Es sitzen fast immer zwei Menschen, ein Paar, in Sesseln und lesen. Ich stell die mir sehr glücklich vor und obwohl ich mit Buddhismus nix am Hut habe, wie überhaupt die großen Weltreligionen spurlos an mir vorbeigehen, liebäugel ich mit etwas großlächig Goldenem an der Wand, wegen der schummrigen Illumination.

Ein anderes Haus, das vom umfassend halbgebildeten Prekariat wie mir gerne "Architektenhaus" genannt wird, weil es erkennbar nicht von einer der üblichen Fertighausfirmen hingestellt wurde, sondern neugierig machende Einblicke bei gleichzeitiger Undurchdringlichkeit in die interessanten Räume bietet, hat offenbar auch glückliche Besitzer, denn als ich vorbeigehe, steht ein ein riesiger weißer SUV mit puristischer Hochzeitsverkleidung vor der Einfahrt und vor der Haustür stehen Batterien von Champagnerflaschen. Eine Dezemberbraut muss nicht schwitzen, eine vorteilhafte Terminierung der Eheschließung, wie ich meine. Wie schade, dass unsereiner immer nur auf Sommerhochzeiten geladen wird, im vergangenem August waren wir mehr tot als lebendig und die kochendheißen Speisen wurden nur verzweifelt betrachtet denn gegessen.

Um die Ecke steht ein Haus, das einen manische Besitzer hat, der offenbar von niemandem gestoppt werden kann. Es wurde ein riesiger Anbau aus Glas ans Haus gedübelt, der über alle Etagen geht. Offenbar wurde dieser Raum jedoch geplant, ohne auf eine mögliche Nutzung Wert zu legen oder tatsächlich nur, um einen riesigen Kronleuchter an die Decke zu hängen, von dem aber nur Flaneure etwas haben, denn der Extra-Raum wurde nach kurzer Zeit mit Stoffbahnen zur Innenseite abgehängt. Manchmal werden im Erdgeschoss Wäscheständer aufgestellt, die pompös vom Kronleuchter ins Szene gesetzt werden. Zudem würde über der Eingangstür ein Balkon angepappt mit einem kunstvollen Geländer, direkt vor ein Fenster. Allerdings kann niemand kann diesen Balkon betreten, denn eine Tür hat man nicht in die Wand gehauen. 

Man stelle sich vor, man lebt mit so einem Mann, der alle Tage mit unsinnigen Anbauplänen nach Hause kommt und diese auch noch in die Tat umsetzt. Dann doch lieber den mit dem goldenen Buddha, der versteht was von gütigem Licht und ließe mich im Winter 10 Jahre jünger aussehen.



Mittwoch, 26. Dezember 2018

Das Mütterle netflixt

Vor Weihnachten kündigte ich an, dass ich meiner Mutter Netflix einrichten werde. Reaktion wie zu erwarten war: "Nein, will ich nicht, lass ich in Ruhe mit diesem Mist." und Beschwerde bei meiner Schwester, dass ich ihr wieder "was aufdrängen will" und darausfolgernder Ordnungsruf meiner Schwester an mich, ich solle sie doch mit so etwas in Ruhe lassen, das braucht doch ohnehin kein Mensch.

Wenn ich überhaupt einen Menschen kenne, der sowas braucht, ist es meine Mutter. Nicht weil sie eine besessene Fernseherin ist, aber die Werbung überall und zwischendurch sorgt immer wieder für heiligen Zorn.

Heiligabend kommen wir an und ich rühre nicht am Thema. Heiligabend wird bei uns traditionell die Glotze nicht angemacht. 

Am ersten Weihnachtstag sage ich, so, ich zeige euch das mal. Alles kann, nichts muss. Ich richte alles ein und erkläre, wie es funktioniert. Mein Schwager bekommt ganz große Ohren - auch er eigentlich ein Verfechter von sowas-braucht-kein-Mensch. Aber die gigantische Auswahl beeindruckt meine medien- und technikferne Familie. Und alles ohne Werbung. Ich lasse meine Mutter üben, wie sie reinkommt und wie sie auswählen kann.

"Gibt's dort auch 'Shaun, das Schaf'? Das habe ich immer so gerne mit Enkelkind 1 geguckt, was habe ich gelacht."

Okay, ich erkläre ihr das Suchprogramm. Wenn 'Shaun das Schaf' überzeugen kann, bitte schön. Sie ist beeindruckt, dass Netflix auch das Schaf hat. Ich lasse sie üben, immer mal wieder im Laufe des Tages. 

Meine Schwester und mein Schwager sind unterdessen angefixt. "Einen Platz habe ich noch übrig, kostet nur 3,50 im Monat." Sie wollen das nun auch haben. Wir zappen uns durch "Die tollsten Häuser der Welt" und "Unser Planet". Meine Mutter ist nun überzeugt und durchdringt die Bedieneroberfläche recht schnell.

Nachts sitzen wir zwei noch bis 1 Uhr morgens zusammen und reden. Ich sage irgendwann, dass ich mir jetzt die Zähne putze und sie in dieser Zeit noch mal üben soll - das erste Mal ganz allein. Als ich wieder ins Wohnzimmer komme, schaut sie selig 'Shaun, das Schaf'. 

Bin echt stolz auf sie, abgesehen davon, dass ich hoffe, dass sie sich eines nicht allzu fernen Tages auch andere Sachen ansehen wird. Wo sie schon googelt, was das Zeug hält und alle whatsapp Nachrichten mit Emojis aufpimpt, als ob sie ihr Leben lang nichts anderes gemacht hat. 

Außerdem ist sie ihren jüngeren Schwestern weit voraus, die sich kategorisch verweigern, obwohl sie von ihren Kindern ebenfalls Smartphones geschenkt bekommen haben, vor Jahren schon. Allerdings sind meine Cousinen und Cousins weit weniger durchsetzungsfähig als ich. Man muss durch diese Momente einfach durch, wenn in den Augen der Mutter Mordlust schimmert. 



Donnerstag, 20. Dezember 2018

Mission accomplished

Als ich dann letzten Samstag kränklich zu Bett ging, wurde der Hund aus Solidarität auch krank. Gegen 3 Uhr morgens schlich er um mein Bett herum und fiepte. Ich wurde wach und fragte erzürnt, ob er von allen guten Geistern verlassen sei. Er fiepte weiter und mir dämmerte: Gefahr in Verzug.

Also Wintermantel über den Schlafanzug und mit ihm vor's Haus. Ich blieb in der Tür stehen, der Hund schiss großräumig den Vorgarten voll; er hatte offenbar den Norovirus. Den Rest der Nacht war aber Ruhe und ich war ihm zu großen Dank verpflichtet, dass er mich wachgefiept hatte, anstatt einfacherhalber ins Wohnzimmer zu scheißen. 

Den Rest der Woche verbrachte ich schlafend, essend und fernsehend. Mein Biorythmus ist völlig durcheinander, ich habe unterdessen recht unorthodoxe Zeiten der Nahrungsaufnahme und des wohligen wegdämmerns (immer direkt nach dem Essen). 

Zwischendurch gehe ich an die frische Luft, Weihnachtsgeschenke besorgen. Nur weil die Familie sich nichts schenkt, was im Grunde nur drei Schwestern und eine Mutter betrifft, sind ja noch viele andere Menschen zu bedenken. Nichten, Patenkinder, Freunde und meine Kollegin Bling Bling, die mich in den Christmas Garden eingeladen hat. Letztere ist unheimlich einfach zu beschenken. Ich darf einfach ganz schreckliches Zeug mit Pailletten und Lurex kaufen und dann freut sie sich 'nen Kullerkeks. Es macht mir großen Spaß, sie zu beschenken, weil Glitzerzeug gerade so en vogue ist. Wird einem ja hinterhergeschmissen. 

Mir selber verbiete ich natürlich, sowas gut zu finden. Ich habe mir von Anbeginn an Puristik verordnet und daran wird sich auch nichts ändern.

Das größte Weihnachtsgeschenk habe ich mir selber gemacht. Ich war heute in der Apotheke und bin dort zufällig auf eine Waage gestiegen, mit Stiefeln, Wintermantel und Bree-Rucksack auf dem Rücken. Ich bekam einen Schock als ich mein Gewicht sah und brüllte durch die Apotheke "Stimmt die Waage? - denn ich wog genausoviel wie daheim ohne was an. Die Apothekerin kam und stellte sich selber drauf. "Die Waage stimmt", sagte sie mit fester Stimme. "Das ist doch nicht möglich" flüsterte ich.

Ich schwebte nach Hause und öffnete entschlossen meinen Kleiderschrank. Dort habe ich wie jede vernünftige Frau eine Ecke mit Klamotten, die mir seit 10 Jahren nicht mehr passen. Ich probierte ein Teil nach dem anderen an und alles passte wie angegossen. Ich steh immer noch unter Strom. 


***

Liebe Schokoladen-Junkies: ich will nicht klugscheißen. Aber wenn ich das geschafft habe, schafft das jede/r andere auch: 4 Tage Hölle, 10 Tage Dauerhunger, dann ist die Sache erledigt. Ich dachte, mir wird alles genommen, aber das ist Quark. Nach 14 Tagen - ohne dass es sonstige Veränderungen im Leben gegeben hat - ist man auf einmal fit, wach, gutgelaunt und Treppen sind ein Klacks. Es könnte drei Wochen junge Hunde regnen, es würde mich nicht stören. 

Nun höre ich öfter "Ich könnte das nicht, ich brauche das gerade, ist alles so stressig." Ich sag da nix zu, ist ja jeder erwachsen. So habe ich ja auch geredet und gedacht. Aber jetzt weiß ich, dass diese Erschöpfung überhaupt nur von übermäßigem Zuckerkomsum verursacht wird; und das hält man dann für seine in Stein gemeißelte, unabänderliche Lebensrealität. Das Alter. Die Wechseljahre. Der Chef. Das Wetter. Dabei.. ich wiederhole mich.

14 beschissene Tage, nicht mehr und nicht weniger. Lohnt sich.

Samstag, 15. Dezember 2018

Das mysteriöse Ding

Nachdem ich mir gestern wieder den Hund ausgeliehen, heut in der Früh und dann noch mal am Nachmittag mit ihm im Wald war, dann neue Glühlampen gekauft und angeschraubt hatte, noch eine Portion zucker-und mehlfreie Kekse gebacken habe, ein Foto aus der Heimat bekam, auf dem meine Nichte mein erstes und einziges Abendkleid trägt, in dem sie gerne konfirmiert werden möchte (was meine Mutter so alles aufhebt), ich mir mein Müsli machte gegen 16 Uhr, begann es: Halsweh und Niesanfälle. Die letzte Erkältung hatte ich vor bald zwei Jahren und eigentlich dachte ich, ich wäre immun, bei dem vielen Ingwer, den ich mir einverleibe.

Aber all diese rücksichtslosen Menschen (m/w/d), die aus falsch verstandenem Ehrgeiz mit Fieber und Rotz die Büros entern, haben es am Ende doch geschafft, mich zu infizieren. Immerhin, besser eine Woche vor als direkt an Weihnachten. Also schreibe ich noch schnell etwas, bevor ich mich die nächsten Tage malerisch ins Bett lege. 

Was soll ich sagen: morgen werde ich wohl die 500.000 Klicks erreichen. Dafür vielen Dank an alle, die hier lesen und an die, die mich verlinkt haben. Nun könnte ich anbieten, dem 500.000sten Besucher das schreckliche Ungetüm vom Schrottwichteln zu überlassen, dessen Sinn sich niemandem erschlossen hat. Aber das lasse ich lieber, denn es wird niemand haben wollen.

Was ist das nur?

Im Wald heute ist mir das erste Mal eine unfreundliche Hundebesitzerin begegnet, im Schlepptau eine zweite unfreundliche Hundebesitzerin. Als mein Leihhund begeistert auf die beiden Hunde zulief, zerrten die beiden Damen ruppig an ihren Hunden herum und zischten "Vergiss es, egal wer's ist". Die eine der Beiden, die Chefin, war gekleidet wie eine BdM-Gruppenführerin, so eine Försterin mit militärischer Anmutung. Breitbeinig und übellaunig befehligte sie ihren Hund, der nix zu lachen hatte. Die Begleiterin, Typ verhuschte graue Maus, ruppte aus Solidarität auch an ihrem Hund herum.

Das hasse ich ja, Leute, die immerzu grundlos an der Hundeleine reißen. Ich stell mir immer vor, dass die in ihrem gesamten restlichen Leben rein gar nichts zu sagen haben und dann kaufen die sich einen Hund und können ihre verschwiemelten Allmachtsphantasien ausleben. Und dann labern sie so'n Quark, wie "Menschen haben mich immer nur enttäuscht, aber mein Hund enttäuscht mich nie." Aber dann enttäuscht er sie doch, zum Beispiel, wenn er Sachen machen will, die Hunde machen. Schnuppern und andere Hunde angucken. Ganz große Verbrechen. Müssen sanktioniert werden. 

Naja, es geht auf Weihnachten zu. Ich habe selten so eine entspannte dunkle Jahreszeit erlebt. Mir macht das gar nichts aus. Es ist wie früher, als mir alle Jahreszeiten gleich lieb waren, ich fand die Abwechslung gut, die uns unsere Breitengrade bieten. Ich verjünge mich sozusagen, einstellungsmäßig. Das kann jetzt für immer so bleiben und vieles andere auch.



Sonntag, 9. Dezember 2018

Pantoffelheldin

Zum hundertsten Mal in Folge hat sich meine Familie in die Hand versprochen, dass wir uns zu Weihnachten nichts schenken. Als meine jüngste Schwester vor einiger Zeit schrieb, dass sie diesmal wirklich, ernsthaft, definitiv keine Geschenke machen wird, atmeten wir anderen erleichtert auf, denn sie hat bisher noch jedes Jahr auf's Neue für beschämte Momente gesorgt, weil sie natürlich unseren Pakt boykottiert hat. 

Und sie ist eine großartige Schenkerin. Ich bin ja eher so die Gutscheinschenkerin, was daran liegt, dass ich a) völlig einfallslos bin, was by the way überhaupt nicht in mein Selbstbild passt und b) selber gerne Gutscheine bekomme. Nichts schöner als in Läden herumzuschlendern und mir aussuchen können, was ich möchte.

Da aber in diesem Jahr keine peinlichen Momente gepaart mit Schuldgefühlen anstehen, habe ich beschlossen, mir selber was zu schenken. Ich zuckerfreie Sportskanone hab's aber auch verdient.

Und ich wusste genau, was ich wollte. Eine neue Geldbörse und Hausschuhe. Ich bin ein Fan von Hausschuhen, könnte ich mir andauernd kaufen. Auf dem Hausschuhmarkt hat sich einiges getan. Als ich neulich woanders zu Gast war, bot man mir diesen Schuh an. Natürlich hat man heutzutage Gästehausschuhe, die meistens die abgetragenen sind, zu schade zum wegwerfen, immer noch gut genug für Transitgesindel, das die eigene Wohnung bevölkert. Ich selbst könnte an die 10 Leute mit eigenen Pantoffeln versorgen, da einige Freundinnen und Verwandte neuerdings selber welche stricken und herschenken.

Jedenfalls: ich schlüpfte rein und dachte "Meiner". 

Ich googelte und dachte, 50 € für einen Hausschuh? Das sind ja 100 Mark. Ist das nicht spätrömische Dekadenz? Andererseits so flauschig, warm und trotzdem fest, nie wieder kalte Füße, das ist doch auch was wert. Genau: weil ich es mir wert bin.



Weil ich mir heute besonders viel wert war und ich jede Menge spare, weil wir uns nichts schenken, bin ich in den nächsten Laden, Portemonnaie kaufen. Auch hier hatte ich genaue Vorstellungen und da ich mir nur alle 7-8 Jahre ein Neues kaufe, habe ich mich für dieses Modell entschieden. Ich wollte schon immer eins mit Reißverschluss drumherum, weil da nix rausfallen kann.

Während ich das so schreibe, frage ich mich, wen das wohl interessieren wird. Vermutlich niemanden. Aber ich bin so befriedigt davon, dass ich was Schönes wollte und was Schönes bekommen habe und was gibt es Schöneres, als in mollig warmen Hausschuhen das neue Portemonnaie zu befüllen?

Bevor ich das tun konnte, musste ich vorher noch in die Haifischbar mit der Auftragsmörderin und der Dezemberaffaire. Wir besprachen "Dogs of Berlin". Erstere war vorgestern aus Gründen auf der Premierenparty und versorgte uns mit Promifotos. 

Kackt ja voll ab gegen "4 Blocks". Ist so ärgerlich unrealistisch, während bei "4 Blocks" nur Tony Hamady unrealistisch ist, weil der einfach zu gut ist und man bei Grausamkeiten, die man ihm ins Drehbuch schrieb, immer denkt "Wirklich? Das bist doch nicht du." Man hat ihn von Herzen gern, was einem Clanchef im wahren Leben wohl eher selten passiert. 

Dann packte die Auftragsmörderin zwei vollendet hübsche Tütchen aus. Hat sie doch 30 Gläser vegane Linsen-Ingwer-Aufstriche hergestellt und uns je zwei Gläser zu Weihnachten geschenkt, dabei ist erst der 8. Dezember, deshalb war ich auch nicht beschämt. Jetzt frage ich mich, mit welchem Gutschein ich ihr eine Freude machen kann. Vielleicht stricke ich ihr auch Hausschuhe.


Montag, 3. Dezember 2018

Görlitz Görls

Ich hatte mir immer schon mal gewünscht, mit einer Horde übermütiger Bayer-Uerdingen Fans im Regio nach Cottbus zu sitzen, von der Polizei in die Bahnhofshalle eskortiert zu werden und von lauten Gesängen einen Hörsturz zu erleiden. 

Natürlich hatten wir nicht vor, dem Fußballgott zu huldigen, sondern mit einem Aufenthalt von 4 Minuten direkt weiter nach Görlitz zu fahren. Leider hielt der Zug 3 Minuten vor Ankunft in Cottbus auf freier Strecke, was uns einen einstündigen Aufenthalt im Cottbusser Bahnhof bescherte, inmitten von Polizisten und Gegröle, bevor wir weiterfahren konnten. 

Der Weg ist das Ziel, wiederholte ich wie ein Mantra. Auch als ich vor dem einzigen Bahnhofsklo in einer riesigen Schlange stand und eine widerlich erkältete Frau mir derart auf den Pelz rückte, dass ich sie beinah niedergeschlagen habe. Ging aber nicht, wegen der vielen Polizei.

Bei lausigen Temperaturen und eisigem Ostwind kamen wir in Görlitz an und liefen drei Stunden über den Weihnachtsmarkt. Nun stellt man sich das im Sommer immer so herrlich vor, lasst uns nach Görlitz fahren, da ist der Weihnachtsmarkt besonders schön, und dann stellt sich am Ende doch nur wieder heraus: Kennste einen, kennste alle. Laaangweilig. Ich habe nichts gekauft, außer Zigaretten im polnischen Teil der Stadt. So gesehen eine erfolgreiche Städtereise.

Aber die Häuser. Nun ja, eins schöner als das andere. Aber erschreckend: nirgendwo Licht in die Fenstern. Da wohnt nämlich niemand mehr. Man kann dort 120 qm Altbauwohnungen mit Terasse für 600 € warm mieten, aber das will wohl keiner. Eine Tragödie, wenn man mich fragt. Und anderswo werden Turnhallen vollgepfercht. Ein Irrsinn. 


3 Zi, EBK, Balkon, 350 € warm

Und es wurde noch tragischer: um 18 Uhr hatten wir den Weihnachtsmarkt abgegrast und wollten nun in der Nähe des Hotels noch einen Kaffee trinken, aber ab 18 Uhr werden die Fußgängerwege hochgeklappt. Gähnende Leere nunmehr auf den Straßen, nur die überall in der Stadt aufgehängten riesigen Huttenreuter Sterne verströmten ihr warmes Licht.

Was macht man an einem Samstagabend in einer fremden Stadt, wenn alles zu hat? Wieder zurück auf den Weihnachtsmarkt und darauf hoffen, dass dort in der Nähe noch ein Lokal auf hat? Das ging nicht, wir wollten keinen Ermüdungsbruch in unseren zarten Fersen riskieren, denn die ganze Stadt besteht aus Kopfsteinpflaster. 

Vor allem für mich ein Graus, denn das Grüppchen schlenderte derart langsam durch die Gassen, dass es mich halb verrückt machte, denn unterdessen bin ich nur noch 5 Kilo von meinem Idealgewicht entfernt und bewege mich seit Wochen vorzugsweise raschen Schrittes durch die Stadt. Ich bin inzwischen so schnell wie der Wind und wenn ich mich langsamer bewegen muss, wird mir sofort kalt, da hilft auch der wärmste Mantel nebst dämlicher Mütze nix. Bin mal gespannt, ob ich demnächst endlich mal ein Hutgesicht bekomme. Wenn man mich aus der Ferne fotografiert, sieht es schon gar nicht mehr so schlimm aus, immerhin.

Anyway, was blieb uns übrig? Kino, natürlich, what else? Das hatte Gottseidank noch auf. Und dafür fährt man nun mit dem Wochenendticket durch die Republik und wird von aufdringlichen Menschen angehustet.

Am nächsten Tag den ganzen Weg noch mal, aber diesmal über die Südstadt, unten an der Neiße entlang. Schön war, dass es hell war und wir mal alles sehen konnten. Aber mein Grüppchen schlenderte weiter lahmarschig am Ufer entlang und machte pausenlos Selfis, wofür sie sogar stehen blieben - ich fror und fror vor mich hin. Ich machte nur künstlerisch wertvolle Landschaftsfotos, ich weiß ja hinlänglich, wie ich aussehe. 

Kaum saßen wir im Zug zurück nach Berlin, da fing es auch schon an zu schütten und wir lobten das Wetter, dass es bis dahin sehr gut gemeint hatte. Im Überschwang wurde beschlossen, dass wir das jetzt jedes Jahr machen: einen Weihnachtsmarktbummel in einer anderen Stadt. 

Ich hoffe mal, es gibt noch genug Weihnachtsmarkt-Städte an der polnischen Grenze, damit ich wenigstens an frische Zigaretten komme.