Mittwoch, 11. November 2015

Die offene Beziehung

"Keine Kinder mit bescheuerten Vornamen an Bord" las ich auf einem Aufkleber an einem Auto, auf dem Weg ins Büro, kurz nachdem ich in der Zeitung gelesen hatte, sinngemäß "Man sagt immer, dass Verstorbene in den Herzen ihrer Lieben weiter leben, ich möchte aber lieber in meinem Appartment weiterleben", ein Zitat von - na wem wohl - richtig, Woody Allen.

Schon früh am Morgen zweimal gelacht, der Tag fing gut an. Von da an ging's bergab, aber abends wurde es wieder besser, denn ich lese ein Buch von Malte Wedding und gleich zitier ich draus:


Die offene Beziehung

Bei der offenen Beziehung ist es wichtig, dass sie offen ist, und eine Beziehung sollten die Partner auch möglichst miteinander haben. Häufig ist beides nicht gegeben. Ein entfernter Bekannter, bekennender Sozialist und Armutsforscher, war sich mit seiner Freundin völlig einig, dass sexuelle Treue ein Kontrollinstrument der Bourgeoisie sei, oder so - er sagte sehr oft "Bourgeoisie" und "oder so", vielleicht haben sie es ja auch nie gesagt, jedenfalls hatte sie es nicht so gemeint. Das stellte sich heraus, als er nach jahrelanger Treue aus Mangel an Gelegenheit ein Verhältnis mit einem seiner Forschungsobjekte anfing. Der Zeitpunkt war etwas unglücklich gewählt, denn seine Freundin war im siebten Monat schwanger, und ihre ideologische Moral litt unter hormonellen Wallungen. Sie wusste einfach nicht mehr, was Marx zum Fremdgehen gesagt hatte, und klang, wenn sie ihn zusammenbrüllte, verdächtig nach Benedikt XVI

Mehr darf ich bestimmt nicht schreiben, ohne mir eine Millionenklage an den Hals zu zitieren, aber für alle, die sich auch bestens amüsieren wollen, hier der (zugegeben dümmliche) Titel: "Frauen und Männer passen nicht zusammen - auch nicht in der Mitte"

Kommentare:

  1. Danke! Ist direkt auf meinem Wunschzettel gelandet. Gibt's dann zu Weihnachten oder so.

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