Sonntag, 5. Juni 2016

Nie wieder Yoga

Meine Freundinnen von gegenüber und ich pflegen beste Kontakte in die nähere Nachbarschaft. So gesellte sich letzte Woche die Yogalehrerin von nebenan zu uns in die Sonne. Flugs buchten wir eine Privatstunde, wir wollten auch geschmeidig werden.
 
Dann stand ich als als eingesprungener Hund kopfüber auf der Matte und habe mich bis jetzt nicht davon erholt. 

Wenn die Vorturnerin anmerkt, dass "ihr sicher gleich das Gefühl bekommt, zu kollabieren, aber das ist ganz normal und gibt sich nach der dritten Stunde" lass ich mir das nicht zweimal sagen und warte angestrengt auf Anzeichen einer Ohnmacht. 

Kopfüber ist nicht meins. Meine aktuelle Inkarnation erlaubt derlei Verrenkungen nicht, dafür habe ich aber das gute Parkplatz Karma (gerade heute wieder bewiesen, direkt vor der Tür des Maison Blanche in der Körtestraße, an einem Samstagabend, sowas mach ich mit links).


Jede Übung ein massiver Eingriff in meine Lebensqualität. Und es wurde immer noch schlimmer. Da steht man auf Händen und Füßen, Allerwertesten in die Höhe und dann die Füße umklappen, als läge man auf der Seite. Dann das linke Bein "als Unterstützung" nach vorne holen und im rechten Winkel abstellen und den linken Arm in die Höhe. 

Geöffnetes Becken, was immer das heißen mag und tief in den Rücken atmen; dabei ist es mir in meinem ganzen Leben noch nicht gelungen, irgendwo anders hinzuatmen, als in meine Lungen. Und dann den ganzen Kram auf der anderen Seite, ohne Pause zwischendurch. Ich bin ein Wrack und hab jetzt Athrose.
 
Unterdessen habe ich mir Anfängerstunden im Netz angesehen und sehe mich bestätigt. Mit Anfängerübungen hatte das nix zu tun, ich arme Wurst. Ich war so kaputt, dass ich nicht einschlafen konnte. Meine Chakren wissen nicht mehr, wo oben und unten ist.

Kommentare:

  1. Das Vorhandensein eines Parkplatz-Karmas scheint mir auch ungleich praktischer zu sein als das Kopfüber-Karma.

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    1. Definitiv, vor allem, wenn man in Berlin lebt.

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  2. Ich mag Yoga, wirklich. Aber es gibt kaum eine Übung, die ich mehr verabscheue als den "herabschauenden Hund". Blut schießt in den Kopf, die Achillessehne kreischt... Außerdem: Ich habe mich letztens über einem kleinen auf meinen Knien liegenden Handspiegel betrachtet, weil ich eine Wimper aus meinem Auge entfernen wollte und stellte mit Erschrecken fest, dass meine Haut in dieser Position mittlerweile an Stellen rutscht, für die sie ursprünglich nicht vorgesehen war. Ich kann mir also leider lebhaft vorstellen, wie das aussehen mag, wenn die Wangen beim "Herabschauen" in die Stirnregion wandern und dort Falten schlagen. :o

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  3. Fluchtwagenfahrer6. Juni 2016 um 09:26

    Na dann sei mal Froh das die Wangen mitgewandert wären. Nach einer Hautstraffenden Gesichts OP hätte das durchaus, im besten Falle, zu unkontrollierter Flatulenz führen können.

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  4. Yoga ist hart ! Das glaubt am Anfang keiner.
    Ich treibe rel. viel Sport, dann habe ich mit Yoga angefangen. Man war ich am Anfang platt !
    Ich konnte zwar gut einsteigen, da ich durch regelmäßige Skigymnastik recht fit war, dennoch.
    Zieh es durch, selbstredend die Intensität am Anfang etwas runterschrauben.
    Ich bin mittlerweile süchtig.

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