Mittwoch, 17. August 2016

Riders on the Storm

Tja, ich werde dieses Blog wohl umbenennen müssen, in Senioren-Wendy oder Black Golden Beauty. 

Einerseits möchte ich nicht, dass dieser Sommer zuende geht. Vielmehr wünsche ich, dass er endlich anfängt. Aber immerhin stellt sich schwüle Hitze ein, sobald ich in den Stall fahre. Kann aber auch daran liegen, dass ich mich schon im Büro umziehe, leider kann man nicht im luftigen Bikini reiten (da würde das Pferd auch verkrampfen). 

Der Platz draußen war voll, also mussten wir in die Halle, in der es gleich 10 Grad wärmer war. Ein Pferd an sich ist auch ein Ofen. Ich reite noch immer ohne Sattel, weil ich das leichter finde. Das Pferd bekam Fieber, ich bekam Fieber. Eine Blasenentzündung holt man sich nicht, eher Wasser in den Beinen. 

Das erste Mal getrabt. Zugegeben hat C. die Zügel in die Hand genommen, ist neben mir hergelaufen und ich habe oben wie ein freihändiger Mehlsack draufgesessen, denn ohne Steigbügel traben, heißt aussitzen. In meinem Fall heißt das: unkoordiniert durchgeschüttelt werden. Sagt C. "Denk an dein Becken". 

Halleluja, mein Becken. Ich hatte weiß Gott andere Probleme. Merke: ein Leben ohne Sport BH ist möglich, aber nicht empfehlenswert. Nächste Woche werde ich mich tapen. Und der erste Galopp ist auch geplant. Mal sehen, ob C. so schnell laufen kann. Wahrscheinlich schon. Sie ist heute schon so elegant gerannt, wie ein junges Fohlen. Und hat dabei immer noch gemerkt, dass ich nicht sitzenbleibe. Als ob das in meinem Ermessen gestanden hätte!

Hinterher saßen wir zu dritt zusammen, C., die wunderbare Pferdebesitzerin M. und ich. Wir haben einen Plan. Ich werde verkuppelt. Mit dem Besitzer des Reiterhofes. Der ist schweigsam, mit feinem Humor gesegnet und kocht gut. Vor allem hat er ja nun den Reiterhof. Was will ich mehr? Ob er wohl darüber hinwegsehen wird, dass ich erst ein junges Talent bin? Dass man nicht auf den ersten Blick sieht, dass in mir eine Isabell Werth steckt? Dass man das überhaupt nur mit den Augen der Liebe wahrnehmen kann?


***

Während ich so schreibe, angenehm erschöpft und zunehmend müde, tönt direkt vor meiner Tür ein Kran und eine Kreissäge. Drei Handwerker werden den Wasserrohrbuch zum Nebenhaus solange reparieren, bis sie fertig repariert haben. Sogar die Polizei war da und hat alles beäugt. Die Nachbarn dachten schon, "Wir werden alle sterben" dass sie evakuiert werden müssen, wegen einer Fliegerbombe, oder so. 

Es scheint ein größeres Malheur zu sein. Wenn die Kreissäge mal aus ist, plaudern sie angeregt, auf eine sehr nette Weise. Wenn die nicht so schweres Gerät in der Mangel hätten, könnten die mich glatt in den Schlaf quatschen und ich hätte ganz tolle Träume. Wie mich der Reiterhofbesitzer bekocht.

Kommentare:

  1. Golden Boy grüßt Golden Beauty. Wusstest du, dass man einen Aufsitzrasenmäher auch nicht satteln muss?

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  2. Ich liebe deine trockenen Geschichten zum Reitenlernen! Und ferndiagnostisch gesehen könnte ich mir unbedingt vorstellen, dass du gut zum schweigsamen, feinhumorigen Reiterhofbesitzer passt. Ich bitte jetzt schon um Updates zum Thema!

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  3. unter meinem fenster, also eigentlich die ganze verdammte gasse runter, aber eben auch unter MEINEM fenster, arbeitet seit 2 wochen eine tiefbaufirma, die irgendwelche beschissenen rohre austauscht. der chef lässt seine jungs jeden tag bis in die puppen malochen. die jungs kommen aus dem kosovo. nicht einer spricht deutsch, alle sind ungeheuer braungebrannt und fleissig und kriegen 3 euro die stunde dafür, dass sie mit strassenwalzen und baggern rumstinken können. das sind alles liebe jungs, wenn die jetzt noch nicht so einen krach machen würden unter meinem fenster und endlich leine zögen, das wäre schön.

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    1. Ich hatte meine nur eine Nacht. Glaube, das waren die glücklichsten Handwerker der Welt. Maximal entspannt. Ohne Kreissäge könnten die jede Nacht vor meinem Fenster stehen.

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  4. Seven, bitte,bitte lass den Pferdehofverwurster aussen vor!
    Du brichst mir dat Herz ...
    Ich mag deinen Blog, aber werde bitte keine Wendy assimilierte Pferdeflüsterin.

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    1. Ich werde natürlich alles tun, um dir nicht das Herz zu brechen.

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