Es ist ja so, ich kann mir keinen Film (Doku, Serie) mehr angucken, ohne nicht zwischendurch nach den Schauspielern zu googlen oder den Personen, die die Schauspieler darstellen. Ich weiß jetzt alles über Winston Churchill, Anthony Eden und deren Ehefrauen, Gebrechen und Hobbies. Und wer jetzt noch draufkommt, welche Serie ich mir gerade ansehe, dem/der kann ich nur sagen, so gut gefällt sie mir gar nicht.
Jedenfalls schau ich viel zu oft auf's Handy. Unangemessen oft. Pathologisch oft, nach meiner Einschätzung. Alles mögliche recherchiere ich nebenbei, dabei bin ich nicht mal bei Twitter, Facebook oder Instagram. Wie schaffen diese Leute noch nebenher einen Beruf auszuüben? Inzwischen soll es Menschen geben, die während der Arbeitszeit eine ganze N*etflix Serie schauen.
Kurz bevor ich das Funkloch erreiche, melde ich mich per whatsapp bei ein paar Leuten ab, weil ich das ganze Wochenende nicht erreichbar sein werde.
Himmlische Ruhe, innen wie außen.
Naja, so ruhig ist es auch wieder nicht, denn ich habe mir den Hund ausgeliehen und der bellt mitten in der Nacht zweimal ganz laut und ich schrecke aus dem Tiefschlaf hoch. Tagsüber kreist die Kreissäge, weil wir in so einer Einöde sind (am großen Tornowsee), dass man da offenbar auch mal Sonntag sägen darf (und wie mein Gastgeber sagt "Hier ist die Welt noch in Ordnung. Autos werden am Seeufer gewaschen und Öl im See verklappt.") Aber ich wäre eingeschlafen am Seeufer, ohne die Kreissäge. Prinzipiell ist dort wirklich alles in Ordnung, was zur Folge hat, dass neben einem auf dem Boden echte Wasserschlangen ihren Weg aus dem oder zurück ins Wasser suchen.
Der Hund erweist sich als Wasserhund, er bringt tagein, tagaus das Seeufer in Ordnung. Will sagen, er schleppt alles mögliche Holz aus dem Wasser und möchte, dass wir mit dem modrigem Holz Stöckchen werfen. Er ist im Glück und rettet entweder alle Stöckchen, die wir zuvor ins Wasser werfen, in Rettungsschwimmermanier ("Zieh ihm einen roten Bikini an, ist ja hier wie bei Baywatch") oder patroulliert für sich allein am Ufer herum.
Ich hingegen fühle mich nach zwei längeren Spaziergängen pro Tag durch die Märkische Schweiz derart ermattet, aber auf eine gute Art, dass ich den Rest der Zeit ebenfalls am Ufer liege, bzw. auf dem Anleger, der ganz leise schaukelt, im Schatten einer Trauerweide, das Handy irgendwo im Haus, sogar bei den "Wanderungen für Schwächlinge" nehme ich es nicht mit, hat auch keinen Sinn, es gönge ohnehin nicht. Als Hypochonder ist das schon eine Mutprobe. Nachher wird mir blümerant und der Hund muss mich aufessen.
Da ich jedes Mal heil und in einem Stück zurückkomme (ich gehe extra allein, denn die Hausherrin würde mich auf mindestens dreistündige Kraxeleien durch die Märkischen Alpen scheuchen und dem fühle ich mich nicht gewachsen), bin ich beseelt, erstmal, weil ich überlebt habe und zweitens, weil ich so angenehm müde bin, dass ich nicht mal das Buch zur Hand nehme, sondern nur auf's Wasser schaue. Sonst mache ich gar nichts, selbst die Kreissäge stört nicht übermäßig. In den Pausen frotzeln die beiden Männer miteinander und deshalb lache ich öfter, während ich am Wasser liege.
Vom gegenüberliegenden Ufer kommt auch manchmal Gelächter, denn da campieren Angler und stieren den ganzen Tag nach Beute, hab aber noch nie gesehen, dass die einen Fisch gefangen haben. Obwohl es angeblich riesige Welse geben soll in dem angeblich 17 Meter tiefen See. Ist fast ein sechsstöckiges Gebäude, wenn man 3 Meter Deckenhöhe ausgeht. Deshalb und wegen der Wasserschlangen rudere ich auch nur über den See, anstatt drinnen zu schwimmen.
Zu zweit steigen wir in eins der Boote und rudern über den vollkommen stillen, klaren See. Am Ufer gegenüber, dort wo keine Gebäude sind, treibt seit Jahren ein Biber sehr erfolgreich sein Unwesen. Bis zu 15 Meter vom Ufer entfernt nagt er Bäume an und am Ufer selbst hat er schon riesige Bäume gefällt, die nun malerisch im Wasser verrotten. Es bleibt aber alles so liegen, nur wenn ein Baum direkt über den Wanderweg fällt, wird in der Mitte ein Stück herausgesägt, damit man nicht drüber steigen muss.
Und all das ohne Handy. Total offline. Ich fühlte mich wie resettet und nehme mir vor, das Handy zukünftig weitesgehend sich selbst zu überlassen.
Während ich dies schreibe, habe ich mit ca. fünf Leuten gewhatsappt, einmal nach dem Tornowsee gegoogelt und als ich eine Schreibblockade hatte, mal kurz Spider Solitäre gespielt. Ich muss wohl doch in die Entzugsklinik.
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P.S. Diese Info aus dem Netz will ich nicht vorenthalten:
Dieses einfache Mittel hält die Hauswinkelspinne fern.
Wenn der Herbst kommt, ist auch sie auf dem Vormarsch in Deutschland: die Hauswinkelspinne. Doch das ist noch kein Grund in Panik zu geraten. Dieses Hausmittel ist einfach herzustellen und wird die Spinne fernhalten.Die riesige Hauswinkelspinne verbreitet Angst und Schrecken. Doch mit einem einfachen Hausmittel kannst du sie fern halten: Minze. Verteile 9 Teile Wasser auf 1 Teil Minzöl und besprühe Fenster- und Türrahmen. Wiederhole diese Prozedur nach zwei Tagen. So wirst du die fiesen Achtbeiner ein für allemal los!